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Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis für David Uhlig

Foto: Forschungszentrum Jülich GmbH, R. Limbach

David Uhlig, ehemaliger Doktorand in der GFZ-Sektion Geochemie der Erdoberfläche, wird mit dem Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis 2020 ausgezeichnet. Der Preis wird heute im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) von Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert verliehen. Die Veranstaltung ist ab 19 Uhr auf der Webseite der BBAW im Livestream zu sehen.

Mit dem jährlich verliehenen "Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis" zeichnet die Landeshauptstadt Potsdam besondere Leistungen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn aus. David Uhlig erhält den mit 5000 Euro dotierten Preis für seine Dissertation mit dem Titel „The deep Critical Zone as a source of mineral nutrients to montane, temperate forest ecosystems“, die „mit Auszeichnung“ bewertet wurde.

In seiner Doktorarbeit beschreibt Uhlig erstmals den vollständigen Nährstoffzyklus von Pflanzen und fügt den bereits gut verstandenen biologischen Prozessen innerhalb der Pflanzen eine detaillierte Analyse der Nährstoffbilanzen außerhalb hinzu. Insbesondere hat er mit neuartigen Isotopenmethoden, die am GFZ entwickelt wurden, quasi anhand chemischer Fingerabdrücke verfolgt, wo und wie Pflanzen mineralische Nährstoffe wie Phosphor, Kalium oder Magnesium aufnehmen. Dabei hat er zwei wesentliche Prozesse aufgedeckt: Nicht nur der oberflächennahe, organische Boden, auch darunter liegende Gesteine, Teil der Geosphäre, spielen eine wichtige Rolle als Lieferant von Nährstoffen. Wie stark diese Quelle genutzt wird, hängt zudem davon ab, wie effizient das Nährstoffrecycling ist, mit dem die Pflanzen die eigene Blattstreu wiederverwerten.

„In einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels und die Frage der Welternährung die Menschheit vor große Anstrengungen stellt, brauchen wir Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie David Uhlig, die zielstrebig und kreativ ihre eigenen Wege suchen. Die Kombination neuer technischer Methoden und neuer Denkweisen ist essenziell, um solche komplexen Themen zukunftsweisend zu erschließen und Lösungen vorzuschlagen. Mit seiner interdisziplinären Arbeit leistet David Uhlig auch einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung einer innovativen Forschungsrichtung, nämlich der Verknüpfung von Bio- und Geowissenschaften“, sagt sein Doktorvater Friedhelm von Blanckenburg.

David Uhlig wurde 1986 in Berlin geboren. Er hat an der Freien Universität Berlin Geochemie studiert und dort sowie am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam in der von Friedhelm von Blanckenburg geleiteten Sektion „Geochemie der Erde“ promoviert. Seit Anfang 2019 setzt er seine Forschungen als Post-Doktorand am Helmholtz-Zentrum Jülich fort. Im Rahmen des BMBF-Projektes “Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie” ergründet er, wie sich seine Erkenntnisse über die Nährstoffkreisläufe in Jahrtausende alten Waldökosystemen auf die Nährstoffversorgung einjähriger landwirtschaftlicher Nutzpflanzen übertragen lassen.

 

 

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