Prof. Martin Herold ist neuer Leiter der Sektion Fernerkundung und Geoinformatik

Prof. Martin Herold ist neuer Leiter der Sektion Fernerkundung und Geoinformatik.

Prof. Martin Herold hat zum 1.1.2022 die Leitung der Sektion 1.4 – Fernerkundung und Geoinformatik im Department Geodäsie am Deutschen GeoForschungsZentrum übernommen. Zuvor war Herold an der Wageningen Universität in den Niederlanden tätig. Nach elf Jahren als “Full Professor of Geoinformation Science and Remote Sensing” konnte er nun für das Deutsche GeoForschungsZentrum gewonnen werden.

Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt Martin Herolds wird weiterhin die Beobachtung und Bewertung der globalen Dynamik von Landoberflächen sein. Hier bringt Herold umfangreiche Forschungserfahrung mit und wird laufende Projekte fortsetzen. Sein methodischer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Algorithmen zur Charakterisierung der Dynamik von Vegetation. Er entwickelt Algorithmen, die Anomalien und Störungen in natürlichen Ökosystemen aufzeigen können oder auch die Geschwindigkeit/das Tempo der Veränderungen, z.B. Entwaldung, Renaturierung bzw. der Biomasse anzeigen. Werden solche Algorithmen mit den stetig wachsenden Satellitendatenarchiven kombiniert und die kontinuierlichen Fortschritte im Bereich der Big-Data-Analytik und des Cloud-Computing genutzt, wird das die globale satellitengestützte Beobachtung von Landoberflächen detailreicher, genauer und schneller machen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt Herolds wird die Verknüpfung von Datenströmen aus den unterschiedlichen Quellen der Boden-, Nah- und Fernerkundung sein. Daten aus der Naherkundung (Drohnen) und von neuen Satellitensensoren (z. B. ENMAP, CHIME) ermöglichen eine umfassendere Erkundung der spektralen Dimension von Landoberflächen. Hyperspektrale Messungen werden nach und nach bestehende optische Fernerkundungsmethoden erweitern, da diese nur auf einfachen Vegetationsindizes und wenigen globalen Bodenbedeckungsklassen fußen. Herold hat einen starken Fokus auf neuen Fernerkundungstechnologien und erachtet die Integration von hyperspektralen Daten und aktiven Sensoren der dritten Dimension (d.h. von RADAR und LIDAR) als ganz wesentlich für die bessere Bewertung von Landcharakteristika.

Herold möchte darüber hinaus auch Datenwissenschaften und Prozessmodellierungen besser verknüpfen und erforschen, wie man die Vielseitigkeit des datengesteuerten maschinellen Lernens mit physikalischen System- und Prozessmodellen verbinden kann, um die Vorteile beider Bereiche zu nutzen. Ein herausragendes Beispiel für eine solche Integration könnte, so Herold, entwickelt werden für die Bewertung des terrestrischen Kohlenstoffbestands und -flusses oder auch Modelle des anthropogenen Einflusses auf Landoberflächendynamiken umfassen.

Gleichzeitig strebt Herold an, in den weiteren Aufbau und die Pflege weltweiter Netzwerke Energie und Ressourcen zu investieren, damit eine echte globale Erdbeobachtung gelingen kann. Solche Koordinierungsbemühungen und Lobbyarbeit erfordern ein ernsthaftes und langfristiges Engagement.

Herold ist bereits international gut vernetzt und war u.a. leitender IPCC Autor. Er ist Co-Chair des Global Observations of Forest Cover and Land Dynamics (GOFC-GOLD) Land Cover Teams und Co-Lead der Global Forest Observation Initiative bei der FAO. Er ist des Weiteren Mitglied der UNCCD-Sachverständigengruppe für Leitlinien zur Überwachung und Berichterstattung über Landdegradierung und trägt aktiv zur UN-STATS-Expertengruppe für Indikatoren zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele und hier in der Arbeitsgruppe für raumbezogene Informationen (WGGI) tätig.

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