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Zwei Helmholtz Innovation Labs entstehen am GFZ Potsdam

Rüdiger Giese beim Einbringen von Rohren zur Aufnahme von Geofonempfängern in einem Kalibergwerk von K+S (Foto: K. Krüger, GFZ).
Daniel Spengler und Julia Neelmeijer vom Projekt „FERN.Lab – Fernerkundung für nachhaltige Ressourcennutzung“, eines der beiden ausgewählten „Helmholtz Innovation Labs“ des GFZ (Foto: C. Vallentin, GFZ).

Am Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam werden demnächst zwei 'Helmholtz Innovation Labs' eingerichtet. Das '3D-Untertage-Seismik Lab' und das 'FERN.Lab – Fernerkundung für nachhaltige Ressourcennutzung' sind zwei von neun erfolgreichen Projekten in einem Auswahlverfahren der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Helmholtz Innovation Labs sind Orte, an denen wissenschaftliche Expertise sowie Bedürfnisse der Industrie und ihrer Kunden zusammengeführt werden. Es entstehen „Ermöglichungsräume“, in denen neue Ideen ausprobiert werden. Ihr Ziel ist es, Unternehmenspartner langfristig in gemeinsame Entwicklungsprojekte einzubinden und Ansätze aus der Forschung in kommerziell erfolgreiche Anwendungen in der Praxis zu überführen.

Das '3D-Untertage-Seismik Lab' und das 'FERN.Lab' des GFZ werden über die nächsten fünf Jahre mit 1,5 Millionen Euro beziehungsweise 2,3 Millionen Euro gefördert, vorbehaltlich einer Zwischenevaluierung nach zweieinhalb Jahren. Es sind die ersten Helmholtz Innovation Labs am GFZ.

Der GFZ-Vorstandsvorsitzende Reinhard Hüttl freut sich über die erfolgreichen Anträge: „Der Transfer von Technologie und Wissen aus der Grundlagenforschung in die Gesellschaft ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit, den wir am GFZ jeden Tag leisten. So können viele Menschen von den Ergebnissen der Wissenschaft profitieren – als Nutzerinnen und Nutzer neuer Technologien ebenso wie durch zukunftsorientierte Jobs, etwa in ausgegründeten Unternehmen.

Jörn Krupa, seit 2018 Leiter des GFZ-Technologietransfers: „Ich bin stolz, dass beide Anträge, die wir eingereicht haben, erfolgreich waren. Das konnte nur durch eine sehr engagierte Zusammenarbeit bereits in der Antragstellung gelingen, vor allem in der strategischen Diskussion transferrelevanter Themen und der Ansprache der vielen Partner aus der Wirtschaft. Es ist sehr erfreulich, dass diese Dynamik nun in beiden Labs fortgesetzt werden kann.“

Plattformen für Berg- und Tunnelbau und Geo-Satellitendaten

Das '3D-Untertage-Seismik Lab' (kurz: 3D-US Lab) bündelt die bisher am GFZ entwickelten seismischen Verfahren in einer einzigen Technologieplattform, standardisiert und modularisiert sie. Dabei werden die technischen und methodischen Entwicklungen der Tunnel- und Bohrlochseismik für die 3D-seismische Erkundung untertägiger Bauwerke miteinander kombiniert. Die Technologieplattform und das GFZ-Untertage-Labor in Freiberg sind für verschiedene Partner aus Branchen wie Bergbau und Tunnelbau von großem Interesse. Die 3D-Untertage-Seismik soll durch das Helmholtz Innovation Lab langfristig als Schlüsseltechnologie für die effektive und sichere Errichtung und Nutzung von Untertagebauwerken etabliert werden.

Den Antrag zum '3D-US Lab' stellten Rüdiger Giese und Katrin Jaksch aus der GFZ-Sektion Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren. Rüdiger Giese sagt: „Wir freuen uns sehr über die Förderung des 3D-US Labs. Damit sind wir zusammen mit unseren Partner aus Industrie und Forschung in der Lage, erfolgreiche Systeme im Bereich der Untertageseismik zu marktfähigen Produkten weiterzuentwickeln.“

Das 'FERN.Lab – Fernerkundung für nachhaltige Ressourcennutzung' soll als Technologieplattform für anwendungsnahe Methoden zur Analyse von Fernerkundungsdaten fungieren. Das Lab vereint die Expertise zu verschiedenen Sensorsystemen aus dem gesamten GFZ-Department Geodäsie. Dazu zählen die Analyse von Radar- und Spektroskopiedaten, die Auswertung von Erdschwerefeldmessungen, die Entwicklung kostengünstiger GNSS-Empfänger zur hochgenauen Positionsbestimmung, das Monitoring von Treibhausgasemissionen, sowie Sensorsimulationen und Big-Data-Analysen. Diese Methoden sollen im FERN.Lab für Firmen, Behörden und Nichtregierungsorganisationen nutzbar gemacht werden und so Anwendungen beispielsweise im Umweltmonitoring, Smart Farming, der Lagerstätten-Erkundung, dem Grundwassermonitoring oder der Infrastrukturüberwachung mit innovativen Geoinformationsprodukten unterstützen.

Der Antrag für das FERN.Lab stammt maßgeblich von Daniel Spengler, Julia Neelmeijer und Theres Küster aus der Sektion Fernerkundung und Geoinformatik. Julia Neelmeijer sagt: „FERN.Lab bietet den Partnern die Möglichkeit innovative Fernerkundungsmethoden in die eigene Prozesskette zu integrieren. Dabei ist eine individuelle Kombination von Daten ganz unterschiedlicher Aufnahmesysteme möglich. Gleichzeitig stellt FERN.Lab für Forschende im Bereich Geodäsie eine ideale Plattform dar, um ihre wissenschaftlichen Entwicklungen in die Anwendung zu bringen. Schon jetzt bekommen wir eine äußerst positive Resonanz von vielen interessierten Partnern. Ich bin sehr gespannt auf den Start von FERN.Lab im kommenden Jahr.“

Die Förderung der beiden Helmholtz Innovation Labs am GFZ beginnt im Januar 2020.

Weitere Informationen:

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Rüdiger Giese
3D-Untertage-Seismik Lab
Arbeitsgruppenleiter Untertage-Seismik
Sektion Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg 14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1575
E-Mail: ruediger.giese@gfz-potsdam.de

Dr. Daniel Spengler
FERN.Lab – Fernerkundung für nachhaltige Ressourcennutzung
Sektion Fernerkundung und Geoinformatik
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1764
E-Mail: daniel.spengler@gfz-potsdam.de

Dr. Julia Neelmeijer
Sektion Fernerkundung und Geoinformatik
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-28621
E-Mail: julia.neelmeijer@gfz-potsdam.de

Dr.-Ing. Jörn Krupa
Leiter GFZ-Technologietransfer
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1098
E-Mail: joern.krupa@gfz-potsdam.de

Medienkontakt:

Dipl.-Phys. Philipp Hummel
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1049
E-Mail: philipp.hummel@gfz-potsdam.de
Twitter: @GFZ_Potsdam

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