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Tsunami-Frühwarnsystem: Jörn Lauterjung mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Jörn Lauterjung (mitte), Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (rechts) und Liane Lauterjung bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse (Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel).

Jörn Lauterjung, Direktor 'Daten-, Informations- und IT-Dienste' am Deutschen GeoForschungZentrums GFZ in Potsdam wurde am Donnerstag, 19. Dezember 2019 durch den Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Christian Luft das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) überreicht. Es wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet durch den Bundespräsidenten verliehen.

Der ausgebildete Physiker Jörn Lauterjung arbeitet seit dessen Gründung im Jahr 1992 am GFZ. Nach dem Tsunami am 26. Dezember 2004 im indischen Ozean mit mehr als 250.000 Toten übernahm das GFZ im Auftrag der Bundesregierung die Führung bei der Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems, an der zwanzig nationale und internationale Partner beteiligt waren. Jörn Lauterjung leitete das Projekt namens GITEWS (German Indonesian Tsunami Early Warning System). Am 11. November 2008 wurde GITEWS vom indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono eingeweiht und der offizielle Testbetrieb aufgenommen. Am 29. März 2011 wurde das System bei einer Zeremonie in Jakarta an Indonesien übergeben und damit das GITEWS-Projekt planungsgemäß beendet. Der verantwortliche Betreiber des Systems ist seitdem der Meteorologische, Klimatologische und Geophysikalische Dienst (BMKG) in Jakarta.

Technisch basiert GITEWS auf der räumlich und zeitlich präzisen Messung von Erdbebensignalen und Daten von GPS-Stationen zu Land und auf dem Wasser. Seit der Inbetriebnahme wurden mit dem Warnsystem in Indonesien tausende Erdbeben und mehr als zehn Tsunami erfolgreich registriert. Erdbebenmeldungen und Tsunami-Warnungen werden in weniger als fünf Minuten nach einem Beben ausgegeben, gefolgt von Aktualisierungen oder einer Entwarnung.

Ich freue mich sehr über die Auszeichnung“, sagte Jörn Lauterjung. „Ich nehme sie auch stellvertretend für die vielen Menschen entgegen, die am Aufbau des Frühwarnsystems mitgewirkt haben, in Deutschland und Indonesien.“

Staatssekretär Luft sagte: „Jörn Lauterjungs Fähigkeit zur Empathie und seine Bescheidenheit haben es möglich gemacht, ein internationales Team zu formen, das ein System entwickeln konnte, das Menschenleben rettet.“ Luft lobte außerdem Lauterjungs Rolle beim Aufbau des GFZ aus seinem DDR-Vorgängerinstitut: „Herr Lauterjungs Einfühlungsvermögen half den Mitarbeitern aus dem damals neuen Teil Deutschlands sich im neuen GFZ einfacher einzuleben.“

Der Vorstandsvorsitzende des GFZ, Reinhard Hüttl, gratulierte Jörn Lauterjung: „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und Anerkennung der Leistung von Herrn Lauterjung. Der Erfolg, ein funktionierendes Tsunami-Frühwarnsystem erstellt zu haben und der des GFZ insgesamt, sind ganz eng mit seinem Namen verbunden.“

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Jörn Lauterjung
Direktor Daten-, Informations- und IT-Dienste
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Tel.: +49 331 288-1020
E-Mail: joern.lauterjung@gfz-potsdam.de

Medienkontakt:
Dipl.-Phys. Philipp Hummel
Referent in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1049
E-Mail: philipp.hummel@gfz-potsdam.de
Twitter: @GFZ_Potsdam

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