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Neuestes | DFG-Schwerpunktprogramm DOME fördert Erzlagerstättenforschung am GFZ

Hydrothermale Quarzgänge wie dieser aus der Wolfram-Zinn-Kupfer-Mine in Panasqueira stehen häufig am Ende eines Metallanreicherungsprozesses in Erzlagerstätten, aber wie entstehen sie? Forschende im DOME-Programm suchen nach Antworten auf die Fragen, wo die Metalle herkamen, wie sie durch das Gestein transportiert wurden und weshalb sie an bestimmten Orten abgelagert und zu Erzkörper angereichert wurden (Bild: Robert Trumbull, GFZ).

Wie und wo entstehen metallische Rohstoffe? Wie kann man effizienter nach ihnen suchen, um den wachsenden Bedarf für die Zukunft sichern? Um diese Fragen geht es in dem neuen DFG-Schwerpunktprogramm mit dem Namen „Dynamics of Ore-Metals Enrichment“ (DOME), welches von einem Team aus Forschenden aus deutschen Universitäten (Uni Potsdam, Uni Freiburg und Uni Münster) und der GFZ-Sektion Anorganische und Isotopengeochemie (Sarah Gleeson, Robert Trumbull, Philipp Weis) initiiert wurde.

Die Bildung wirtschaftlich nutzbarer Lagerstätten erfordert in der Regel eine 1000-fache Anreicherung von Metallen in räumlich begrenzten Erzkörpern. Das DOME-Programm zielt darauf ab, die grundlegenden Entstehungsprozesse zu verstehen, um effizientere und nachhaltigere Wege zu entwickeln, die künftige Metallversorgung sicherzustellen. Substitution und Recycling spielen im "Ressourcen-Mix" eine immer größere Rolle. In naher Zukunft wird jedoch die Nachfrage nach Primärressourcen für viele Metalle steigen, insbesondere zur Unterstützung von Technologien, die für die Energiewende benötigt werden.

DOME wurde im Juni 2020 mit einem Budget von 6,5 Millionen Euro eingerichtet und umfasst in der ersten dreijährigen Phase 24 Projekte, an denen 16 deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligt sind, darunter das GFZ sowie die Helmholtz-Zentren KIT und GEOMAR. Die Projekte kombinieren Feldstudien zur Erzbildung, Laborexperimente zu physikalischen und chemischen Eigenschaften, die für Metalltransport und –ablagerung relevant sind, sowie thermisch-mechanische Modellierungen zur Umsetzung dieser Ergebnisse in überprüfbare geologische Modelle (siehe https://www.uni-potsdam.de/en/spp2238/).

DOME wird an der Universität Potsdam von Prof. Max Wilke koordiniert. GFZ-Forschende der Sektion Anorganische und Isotopengeochemie sowie der Sektion Chemie und Physik der Geomaterialien sind an fünf Projekten mit einem Gesamtbudget von 851.000 Euro beteiligt.

Die Ideen für DOME gehen auf eine Tagung in Potsdam-Golm im Jahr 2016 zurück. „Das Thema Erzbildung ist für ein Schwerpunktprogramm ideal geeignet, weil so viele Faktoren berücksichtigt werden müssen, die Spezialwissen erfordern“, erklärt Robert Trumbull. „Zudem sind Schwerpunktprogramme hervorragende Plattformen für die Vernetzung der Projekte und für den Austausch der beteiligten Personen untereinander. DOME hat den zusätzlichen Reiz, dass das, was wir erreichen wollen, für die Gesellschaft von direktem Nutzen sein wird.“ Sarah Gleeson fügt hinzu: „Aus meiner Sicht als Sektionsleiterin und Topic-Sprecherin für Georesourcen in POF-IV kommt ‚DOME’ genau zum richtigen Zeitpunkt, um die Zusammenarbeit der Helmholtz-Zentren mit den deutschen Universitäten zu stärken. Es wird neue Möglichkeiten für Studierende und Nachwuchsforschende schaffen, und dazu beitragen, die Lagerstättenforschung in Deutschland international sichtbarer zu machen.“

(ks)

 

 

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