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Geophysikalische Messkampagne in der Schorfheide vor dem Abschluss

Die 21 Tonnen schweren Vibrationsfahrzeuge erzeugten seismische Wellen, die von Geophonen aufgezeichnet wurden. (Foto: GGD)

Potsdam, 15. März 2017. Eine groß angelegte seismische Messkampagne, die das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ in der brandenburgischen Schorfheide durchführt, steht kurz vor dem Abschluss. Eine erste Datenauswertung zeigt, dass die knapp vierwöchigen Messungen ein Erfolg für die geothermische Forschung im Norddeutschen Becken waren.

Seit dem 20. Februar waren die 21 Tonnen schweren Vibrationsfahrzeuge der Firma DMT in der Region unterwegs. Der aktive Teil des 3D-reflexionsseismischen Messprogramms ist nun abgeschlossen. Die Auswertung der Daten, das "seismische Processing", erfolgt in den nächsten Monaten am GFZ in Potsdam.

Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass sich der gewaltige Aufwand gelohnt hat und die Messkampagne ein großer Erfolg war“, sagt Prof. Charlotte Krawczyk, Direktorin des GFZ-Departments Geophysik. „Die Daten versprechen ein unerwartet detailliertes, scharfes und klares Abbild der tiefen geologischen Strukturen unter der Schorfheide.“ Prof. Ernst Huenges, Leiter der GFZ-Sektion Geothermische Energiesysteme, ergänzt: „Wir haben damit eine fundierte Basis, um die nächsten Schritte an der Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck zu planen.

An insgesamt 17 Messtagen wurden im acht mal acht Kilometer großen Messgebiet an 1.817 Anregungspunkten insgesamt 14.536 Vibrationsanregungen durchgeführt. Insgesamt 38.880 Geophone an 3.240 Empfängerpunkten registrierten die dabei erzeugten Schallwellen und zeichneten sie digital auf. Mehr als 170 Kilometer Kabel mussten dafür ausgelegt werden. In Spitzenzeiten war ein Messtrupp von mehr als 90 Personen in bis zu 56 Fahrzeugen unterwegs, um den reibungslosen Ablauf des Messprogramms zu gewährleisten.

Derzeit finden Abbau-, Aufräumungs- und Rekultivierungsarbeiten statt. Die Vibrationsfahrzeuge werden heute auf Tieflader verladen und abtransportiert. Bis Ende März sollen die Arbeiten vollständig abgeschlossen sein.

Das GFZ bedankt sich bei den Ämtern und Gemeinden sowie den Bürgerinnen und Bürgern für die Unterstützung der Messkampagne. Im Herbst 2017 werden Wissenschaftler des GFZ in einer öffentlichen Veranstaltung erste Ergebnisse vorstellen und den strukturellen Aufbau des Untergrundes der Schorfheide erläutern.

Den Bürgerinnen und Bürgern steht bis zum Ende der Arbeiten vor Ort weiterhin die Firma IPS, Herr van der Vorst (Tel. 0176 - 471 34 092, E-Mail: schorfheide@ips-celle.de) für Fragen zur Verfügung.

 

Weiterführende Informationen

 

Hintergrundinfo

Die Wärme aus dem Erdinneren – Geothermie – ist eine erneuerbare und klimafreundliche Energiequelle. Sie kann Wärme und Strom zu jeder Tageszeit und unabhängig vom Wetter liefern. Um dieses Potenzial im Norddeutschen Becken zu erschließen, betreibt das GFZ seit 2001 die Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck. Rund 50 Kilometer nördlich von Berlin und am Rande des Norddeutschen Beckens gelegen, liefert die Forschungsplattform Erkenntnisse, die in viele Regionen des Landes, aber auch ins Ausland übertragbar sind. 

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