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Das GFZ trauert um Dr. Hans-Ulrich Wetzel

Einweihung Merzbacher Gedenktafel Poljana August 2005. Dr. Hans-Ulrich Wetzel in der Mitte links.
Merzbacher Station. Foto: Julia Neelmeijer

Wir trauern um Dr. Hans-Ulrich Wetzel. Er war Wissenschaftler in der Sektion Fernerkundung und Geoinformatik und für das Deutsche GeoForschungsZentrum seit dessen Gründung im Einsatz. Direkt nach dem Studium der Geologie an der Universität Greifswald nahm Hans-Ulrich Wetzel bereits 1975 eine Tätigkeit am Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) auf. Das ZIPE war als Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR am heutigen Standort des GFZ angesiedelt. In den späten 1970er und frühen 1990iger Jahren war für Ulrich Wetzel unter anderem die Antarktis wissenschaftliche Heimat. In der Ostantarktis arbeitete er beispielsweise an der geologischen Kartierung der Region um die Schirmacheroase.

Dr. Hans-Ulrich Wetzel war einer der Pioniere in der Nutzung der Fernerkundung in der Geologie und der Aufklärung des Zusammenhangs von in Bildern sichtbaren geologischen Strukturen und deren Entstehung und der Entwicklung der Landschaft. Als vielseitig tätiger Geologe kollaborierte er auf diesem Gebiet mit vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern innerhalb und außerhalb des GFZ, seine Forschungen führten ihn unter anderem nach Zentralasien, China, Israel, Iran, in die Türkei und ins südliche Afrika. Viele Kolleginnen und Kollegen werden sich an die von ihm erstellten Satellitenbildkarten für die Feldeinsätze erinnern, mit welchen sich die Gegebenheiten im Untersuchungsgebiet immer etwas besser als nur mit topographischen Karten einschätzen ließen. Ulrich Wetzel war viele Jahre Leiter des Arbeitskreises „Fernerkundung in der Geologie“ der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (DGPF).

Unermüdlich auch sein Einsatz im Rahmen der wissenschaftlichen Kooperation mit dem Zentralasiatischen Institut für Angewandte Geowissenschaften (ZAIAG), das im Jahr 2004 von GFZ und der Regierung Kirgistans gegründet wurde und auf die Bereiche der Geo- und Umweltwissenschaften, des Globalen Wandels und der Naturgefahren in Zentralasien ausgerichtet ist. Seit Ende der 1990iger Jahren leistete Uli Wetzel wesentliche Beiträge zur Gründung und späterem Aufbau des ZAIAG. Das Institut ist eine Partnereinrichtung für das GFZ und leistet wichtige Beiträge zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten, zum Wissenstransfer sowie auch für Ausbildungsprogramme in Zentralasien. Wetzel ist unter anderem Gründungsvater des am ZAIAG angesiedelten Hochgebirgsobservatoriums - Gottfried Merzbacher Station und leitete mehrere jährlich stattfindende Expeditionen. „Wir verlieren mit Hans-Ulrich Wetzel einen geschätzten Kollegen, der mit seinem Engagement und Fachwissen zahlreiche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler motivierte und sich durch seine Kooperationsprojekte mit Partnern in Zentralasien hohe Anerkennung erwarb“ sagt der deutsche Co-Direktor des ZAIAG und langjährige Leiter des Wissenschaftlichen Vorstandsbereichs Dr. Oliver Bens.

Hans-Ulrich Wetzel war dem Telegrafenberg über mehr als eine Generation sehr eng verbunden. Bereits sein Vater arbeitete als Wissenschaftler hier. Uli Wetzel starb wenige Wochen vor seinem 69. Geburtstag.

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