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Bericht | Frei verfügbare Satellitendaten für Wirtschaft und Verwaltung

Der Satellit "Sentinel-2" erfasst mithilfe von Multispektralsensoren Veränderungen der Landoberfläche (Abb.: ESA/ATG medialab).

Satellitendaten helfen in der Landwirtschaft, bei der Überwachung großer Bauvorhaben oder bei der Kartierung von Veränderungen in urbanen Räumen. Sie haben ein großes Potenzial für Wirtschaft und Verwaltung. Ausgewählte Erdbeobachtungsdaten sind daher über das Copernicus-Programm der Europäischen Union frei verfügbar. Um den Austausch von Informationen zu sichern und als Ansprechpartner für potenzielle Nutzer, wurden „Copernicus Relays“ eingerichtet. Für die Region Nord-Ost ist das Relay in Potsdam zuständig, gegründet von GEOkomm, dem Verband der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg, und dem GFZ.

Bei einem ersten Treffen am 21. April wurden die Arbeitsschwerpunkte für die nächste Zeit diskutiert. Rund sechzig Gäste aus Behörden, Verbänden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der Wirtschaft waren der Einladung gefolgt. „Es wurde deutlich, dass oftmals noch nicht klar ist, was mit den Satellitendaten möglich ist und wie diese am besten eingesetzt werden“, sagt Daniel Spengler von der GFZ-Sektion Fernerkundung. Daher sollen Anwendungen entwickelt werden, die als Vorbild für andere Nutzer dienen können und ihnen den Einstieg erleichtern. Ein Beispiel: Mit Hilfe von Fernerkundungsdaten lassen sich Hebungen und Senkungen der Erdoberfläche sehr genau erfassen. Das hilft bei der Überwachung von Tunnelbauten oder von Gasspeichern.

Zum zweiten wurde deutlich, dass es einen erheblichen Bedarf an Schulungen gibt, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Verwaltung, wenn es darum geht, die frei verfügbaren Daten effektiv zu nutzen“, sagt Spengler. Um dieses Defizit zumindest teilweise zu beheben, wird es im Herbst einen Nutzer-Workshop geben. Zudem soll die Vernetzung mit anderen Relays in Deutschland ausgebaut werden.

Ralf Nestler, 28.04.2017

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