Sektion 2.7: Oberflächennahe Geophysik

Spekulationen über das Vorhandensein von „billiger“ Energie in Form von Schiefergas im Karoo in Südafrika heizen die Diskussion über Exploration und Förderung an.

Modellierung von elektromagnetischen und Potentialfelddaten unter Nutzung gegenseitiger Randbedingungen zur Untersuchung von magmatischen Ereignissen des Walvis Rückens und deren Interaktion mit dem Kaoko Mobile Belt, Namibia.

Das Gebiet um Nový Kostel in Nordwest-Böhmen ist Teil des geodynamisch aktiven Variszischen Gebirgsgürtels in Europa und ist gleichzeitig eine Region von Intraplatten-Schwarmbeben, einer Vielzahl von mineralischen Quellen und von CO2 Ausgasungen.

Das „Integrated Plate Boundary Observatory Chile“ (IPOC) observiert systematisch den aktiven Plattenrand im Norden Chiles mit einem Netzwerk geophysikalischer und geodätischer Messstationen. Das Deutsche Geoforschungszentrum GFZ betreibt dieses Netzwerk seit 2006. An neun der insgesamt neunzehn Stationen werden magnetotellurische (MT) Daten erfasst.

Im Projekt werden posidonische Schwarzschiefer des unteren Jura als prominentes Beispiel für diesen unkonventionellen Reservoir-Typ untersucht. Experimente im Herbst 2013 in der Nähe von Minden zielen auf eine seismische Verfolgung von Schwarzschiefer-Horizonten vom Aufschluss in Richtung des sich vertiefenden norddeutschen Beckens. Die Daten werden mit einer Reihe von konventionellen und neuen Methoden ausgewertet, um die seismischen Eigenschaften der Schwarzschiefer sowie deren räumliche Verteilung zu bestimmen.

Die Mérida Anden bilden die Hauptgebirgskette im Westen Venezuelas. Vom GFZ wurden im März and April 2015 magnetotellurische Daten entlang von zwei 240 km and 160 km langen Profilen gemessen.

Entwicklung von electromagnetischen, geophysikalischen Methoden zur Überwachung der Ausbreitung eines Biopolymers im Untergrund im Rahmen der tertiären Ölförderung

Die San Andreas Verwerfung ist eine der am intensivsten untersuchten Blattverschiebungen an Plattengrenzen. Ungeachtet dessen sind detaillierte Kenntnisse zur Geometrie im Untergrund an vielen Abschnitten mit großen Unsicherheiten versehen. Das "Salton Seismic Imaging Project" (SSIP) wurde initiiert, um in Südkalifornien Strukturinformationen zur Geometrie des Störungssystems sowie zum Aufbau des Sedimentbeckens an der Salton See und der Krustenstruktur zu gewinnen. Im Rahmen langjähriger Kooperationen zwischen GFZ und Partnern in den USA sind wir mit Arbeiten zur Pre-stack Tiefenmigration zur seismischen Abbildung steil stehender Störungen am Projekt beteiligt.

Das Verbundprojekt SIMULTAN möchte ein Früherkennungssystem für Instabilität, Unruhe und Kollaps von Erdfällen entwickeln und anwenden.

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof wurde eine Vibroseis-Pilotstudie durchgeführt, um Machbarkeit und Grenzen seismischer Tiefenerkundung im Herzen einer Großstadt mit ihrem allzeit enormen Noise-Pegel zu untersuchen. Neue hochauflösende Abbilder lokaler Untergrundstrukturen wurden bis in 4 km Tiefe erzielt, sowie wertvolle Erkentnisse gewonnen im Hinblick auf notwendige Feld- und Prozessing-Techniken und zugehörige Parameter für mögliche zukünftige innerstädtische Messungen mit naturgemäß hohem Noise-Aufkommen, unregelmäßiger Untergrundabdeckung und strengen Sicherheitsauflagen.

Mit einer Reihe von geophysikalischen Experimenten werden die tiefere Struktur und die geodynamischen Prozesse der Tien Shan und Pamir Kollisionszone (Zentral-Asien) untersucht.

Im Rahmen des Projekts WeatherSeis wurden im Juli 2014 seismische Messungen zur Erkundung oberflächennaher Untergrundstrukturen am Waldschadensstandort Konventwald im Hochschwarzwald nahe Freiburg durchgeführt.