Seit Mitte der achziger Jahre wurden elf satellitengestützte Radaraltimeter in ihre Umlaufbahnen gebracht. Die meisten dieser Missionen nutzen unterschiedliche Datenformate und Prozessierungsstandards. Zudem wurden über die Jahre die Korrekturmodelle für die gemessenen Entfernungen ständig weiterentwickelt. Für einige Untersuchungen, die mit den Daten einer einzelnen Mission auskommen, können diese neuen Entwicklungen vernachlässigt werden – obwohl dies mit Einbußen in der Genauigkeit verbunden ist. Will man jedoch Daten verschiedener Missionen z.B. für geodätische oder klimarelevante Untersuchungen vergleichen oder kombinieren,  müssen die Datensätze vereinheitlicht werden. Zusätzlich ist es für einige Anwendungen (z.B. in Küstennähe) sinnvoll, Korrekturmodelle zu verwenden, die für die jeweilige Studie optimiert sind.

Um die Altimetriedaten unterschiedlicher Missionen zu integrieren, zu vereinheitlichen, aufzudatieren und zu prozessieren wurde am GFZ das Altimeter Database and Processing System (ADS) entwickelt. Zur Zeit umfaßt es Höhen, Wind und Wellenhöhen der folgenden Missionen für die angegebenen Zeiträume:

Geos-3  04/1975 bis 11/1978

Geosat 03  03/1985 bis 10/1989

ERS-1  08/1991 bis 06/1996

Topex/Poseidon  09/1992 bis 10/2005

ERS-2  05/1995 bis 06/2011 (nur Nordatlantik seit 05/2003)

GFO-1  01/2000 bis 09/2008

Jason-1  01/2002 bis 06/2013

Envisat   10/2002 bis 04/2012

ICESat   02/2003 bis 10/2009

Jason-2     ab 07/2008

Cyrosat-2  ab 07/2010

HY-2A   ab 10/2011

Saral/Altika  ab 03/2013

Der Großteil der vorhandenen Daten ist über den Ozeanen, es stehen aber auch Daen über Inlandgewässern zur Verfügung.

Neben den eigentlichen Altimeterdaten enthält ADS Central auch aktuelle Korrekturmodelle für die Sensoren, die Satellitenbahnen und die Umwelteinflüsse auf die Messungen.

Die Struktur von ADS ermöglicht es, neu erhältliche Datensätze und Korrekturmodelle zügig zu integrieren. Da mehrere Korrekturmodelle für dieselben Störeffekte parallel vorgehalten werden, kann untersucht werden, welche Auswirkungen der einzelnen Korrekturen auf abgeleitete Größen wie beispielsweise den mittleren Meeresspiegel oder Kreuzungspunktstatistiken haben.

Um lange und konsistente Zeitreihen zu erzeugen, hat die Altimetriegruppe am GFZ an der Vereinheitlichung der Korrekturmodelle der verschiedenen Missionen gearbeitet. Sofern möglich, werden für alle Missionen dieselben Korrekturmodelle verwendet. Dies ist der Fall für alle Gezeitenmodelle, die Effekte der trockenen Troposphäre und des Luftdrucks. Andere Korrekturmodelle, beispielsweise für die Auswirkungen der Ionosphäre und der feuchten Troposphäre, sind von den Sensoren des jeweiligen Satelliten abhängig. In diesen Fällen wird das genaueste vorhandene Korrekturmodell verwendet, und etwaige systematische Differenzen zwischen den Korrekturmodellen werden untersucht. Andere Korrekturmodelle wie beispielsweise der 'sea state bias' oder die Satellitenbahnen sind missionsspezifisch und werden -sofern möglich- auf eine konsistente Art neu berechnet.

Für die Interkalibrierung der Daten verschiedener Missionen wurden zwei Ansätze gewählt. Zum einen werden aus Doppel-Kreuzungspunkten globale Biase berechnet. Zum anderen können Zeitreihen von zwei (oder mehr) Missionen auf gemeinsame Referenzperioden bezogen werden.

Durch das ADSC web Interface können auch externe Benutzer Altimetriedaten beziehen, prozessieren und verschiedene statistische Größen berechnen.

Global gemittelter Meeresspiegel

 

Trend des Meeresspiegels (1993 bis 2014)