Qualifizierung geothermischer Technologie - Integration von Untertage- und Übertagesystemen

Im Rahmen des Projekts wird die geothermische Technologie - d.h. das Zusammenspiel aus Exploration, bohrtechnischer Erschließung, Reservoirengineering, Komplettierung des Untertagesystems, Betrieb des Thermalwasserkreislaufs und Wandlung der Wärme in die jeweilige Nutzenergie - mit einem ganzheitlichen Ansatz bewertet und qualifiziert. Im Fokus stehen dabei schnittstellen- bzw. disziplinenübergreifende Prozesse und Optimierungsansätze, die insbesondere durch den Forschungsbetrieb am Standort Groß Schönebeck (Langzeitkommunikationsexperiment, Aufbau und Inbetriebnahme von Thermalwasser- und Kraftwerkskreislauf bis Ende 2011) umfassend untersucht werden. Der Transfer des Groß Schönebeck „Know How“ auf andere Standorte soll diesen ganzheitlichen Ansatz zu einem Standard zukünftiger Anlagenplanung machen.

Das Projekt umfasst die folgenden 4 Arbeitspakete:

  •  AP1 Ganzheitliche Auslegung geothermischer Energieanlagen: Für die Planung geothermischer Energieanlagen wird ein geothermiespezifischer Ansatz entwickelt, der die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Kompo-nenten bzw. Elemente geothermischer Technologie auf Basis einer verbesserten Datengrundlage berücksichtigt.
  • AP2 Kopplung von Anlagen-, Bohrloch- und Reservoirmodell: Die Wechselwirkung der Prozesse im Untertage- und im Übertagesystem soll mit Hilfe einer Kopplung von Reservoir-, Bohrloch- und Anlagenmodellierung abgebildet werden. Dadurch werden die Schlüsselparameter des Gesamtsystems unter dem Aspekt einer nachhaltigen Reservoirbewirtschaftung identifiziert. Mit Hilfe der entwickelten Werkzeuge wird eine standortspezifische und nachhaltige Reservoirbewirtschaftung ermöglicht.
  • AP3 Thermophysik und Physikochemie der Reservoirfluide: Von besonderer Bedeutung für einen nachhaltigen Betrieb sind die thermophysikalischen und physikochemischen Eigenschaften des Thermalwassers, da diese sowohl das Untertage- als auch das Übertagesystem wesentlich beeinflussen. Mit Hilfe von umfangreichen, systematischen Messreihen werden die fluidphysikalischen Parameter von typischen Thermalwässern in Abhängigkeit von Druck, Temperatur und der chemischen Beschaffenheit bestimmt.
  • AP4 Parametrisierung geothermischer Reservoirgesteine: Neben der Kenntnis der relevanten Thermalwassereigenschaften ist zudem die Kenntnis der Gesteinseigenschaften bereits im Vorfeld der Planung für die Qualität einer Reservoirmodellierung und damit für die gesamte Planung geothermischer Anlagen wesentlich. Durch die systematische Analyse von obertägigen Analogauf-schlüssen tiefliegender geothermischer Reservoirgesteine wird eine innovative Methode zur Quantifizierung relevanter gesteinsspezifischer Parameter bereits im Vorfeld einer Bohrung entwickelt.
zur Übersicht