Machbarkeit geothermischer Stromerzeugung aus tiefen hydrothermalen Speichern - Bohrtechnischer Ausbau des In-situ-Geothermielabors Groß Schönebeck

Die Erde birgt überall ausreichend Wärme für die geothermische Erzeugung elektrischen Stroms. Allerdings braucht man Wassertemperaturen oberhalb 150 °C. In Mitteleuropa liegen Gesteinsschichten mit dieser Temperatur in mindestens 4 km Tiefe. Um sie nutzen zu können, wird zurzeit eine neue Technologie entwickelt. Sie soll durch Bohrungen Wasser durch das Tiefengestein zirkulieren und dabei erhitzen. Allerdings ist dieses Reservoirgestein meist zu wenig Wasser durchlässig, um eine wirtschaftliche Energieproduktion zu erlauben.
Deshalb soll eine aktive Stimulation die natürlichen Risse im Gestein künstlich vergrößern. Das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum erprobt diese Technik seit 2002 im Geothermielabor Groß Schönebeck erfolgreich an einer 4309 m tiefen Bohrung. Nun soll eine zweite Bohrung die langfristige Wasserzirkulation im Untergrund untersuchen. Funktioniert sie stabil, dann soll eine Demonstrationsanlage Strom erzeugen.