BASE

BAza Seismik Experiment

Das intra-montane Baza Becken ist das größte der spät-neogenen, kontinentalen Sedimentbecken der Betischen Kordillere (Südspanien). Es stellt ein bis zu 2.5 km mächtiges Archiv lakustriner und – untergeordnet – kontinentaler Ablagerungen des späten Miozäns bis mittleren Pleistozäns dar. Die Füllung des Baza Beckens fand im Wesentlichen durch Ablagerung feinkörnigen Materials in konzentrischen Gürteln in einem See-Komplex statt. Die unterschiedlich verbreiteten, ineinander verzahnten Ablagerungsmilieus dienen als hochsensitive Indikatoren von Klimaschwankungen. Aus diesem Grund bildet das Baza Becken eine einmalige Lokation für eine integrative Studie zur Entwicklung des Paläoklimas in Süd-Ost Europa in den letzten 7 Millionen Jahren. In einem ICDP Bohrprojekt (LARSEI – LAcustrine Record of SE Iberia) ist geplant, das evaporitische Baza Becken zu durchbohren um kontinuierliche Aufzeichnungen für das Paläoklima des späten Neogens (einschließlich des gesamten Pliozäns) zu gewinnen. Diese Aufzeichnungen enthalten wichtige Klima-Ereignisse, die sowohl im Mittelmeerraum als auch weltweit stattgefunden haben.
Voraussetzungen für die geplanten Bohraktivitäten ist die detailierte Kenntnis der Beckenstruktur und der lokalen Zonen neotektonischer Deformation, die im Wesentlichen mit dem Baza-Verwerfungssystem, welches das Becken im Westen begrenzt, im Zusammenhang stehen. Es ist geplant, seismische Mehrkanal-Profile zu vermessen, um hoch aufgelöste Abbilder des Beckens zu erhalten und strukturelle Einheiten (z.B. Verwerfungen) zu erkennen. Diese Bilder werden sowohl zur Auswahl der Bohrlokation als auch zum Verständnis von Struktur und Entwicklung des Baza Beckens beitragen. Dafür sollen seismische Daten entlang von drei Profilen aufgezeichnet werden, welche das Baza Becken und das Baza-Verwerfungssystem kreuzen (Abbildung). Jedes Profil ist 18 km lang. Als seismische Quellen dienen Vibratoren. Die Messungen sollen Ende Oktober 2013 stattfinden.

Laufzeit

  • 10/2013

Zuwendungsgeber

  • DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektverantwortliche

  • Dr. Christian Haberland
  • Manfred Stiller
  • Dr. Maria Baumann-Wilke

Kooperationen

  • Universidad de Barcelona, Spain;
  • Institute of Earth Sciences Jaume Almera, CSIC, Barcelona, Spain;
  • Universidad de Granada, Spain

Methoden & Geräte

  • DSS Cubes (1-kanal und 3- Komponenten)
  • Reflexionsseismik, common-reflection-surface stack (CRS) Methode

Publikationen/Ergebnisse

  • Haberland, C., Gibert, L., Jurado, M. J., Stiller, M., Baumann-Wilke, M., Scott, G., Mertz, D. F. (2017): Architecture and tectono-stratigraphic evolution of the intramontane Baza Basin (Bétics, SE-Spain): Constraints from seismic imaging. - Tectonophysics, 709, p. 69-84. http://doi.org/10.1016/j.tecto.2017.03.022

Kontakt

Christian Haberland
Arbeitsgruppenleiter
Dr.Christian Haberland
Geophysikalische Tiefensondierung
Telegrafenberg
Gebäude E, Raum 323
14473Potsdam
+49 331 288-1810
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