Geomagnetischer Sturm am 17.03.2015 – das bisher stärkste Sturmereignis des aktuellen Sonnenzyklusses

Plasma von einem koronalen Massenauswurf an der Sonnenoberfläche hat gestern, am 17.03.2015, das unseren Planeten schützende Erdmagnetfeld getroffen und einen geomagnetischen Sturm ausgelöst, der an den geomagnetischen Observatorien des GFZ sowie anderer Institute weltweit gemessen wurde. Von Bedeutung für die Entstehung des geomagnetischen Sturms waren, wie Messungen des amerikanischen Satelliten ACE (Adcanced Composition Explorer) zeigen, die mit fast 700km/s überraschend hohe Geschwindigkeit des Plasmas (um ca. 11 UT, Universal Time). Das darin konservierte interplanetare Magnetfeld schlug etwa eine Stunde später südwärts um und erreichte Werte von fast 40nT. Dies sind ideale Bedingungen zur Einkopplung des Sonnenpartikelstrahlung in das Erdmagnetfeld.

Die Stärke eines geomagnetischen Sturms wird mit dem von 0 bis 9 reichenden Kp-Index gemessen, der vom Deutschen GeoForschungsZentrum berechnet und international zur Verfügung gestellt wird. Bei dem geomagnetischen Sturm vom 17.03. wurden über 12 Stunden hinweg Kp-Werten zwischen 7 und 8 erreicht. Der äquatoriale Dst-Sturmindex, der die geomagnetische Aktivität in niedrigen Breiten angibt, erreichte um 23 UT einen Wert von -221nT, was das Maximum des Sturmeffektes auf der Erde darstellte. Im Vergleich: Während des letzten Superstorms am 30.10.2003 erreichte der Dst-Index einen Spitzenwert von -383nT.

In den nächsten Tagen wird ein Abklingen des Sturmes erwartet. Die Südwärtskomponente des Interplanetaren Magnetfeldes hat sich um 0nT eingependelt und die Sonnenwindgeschwindigkeit schwankt um Werte um 550km/s, ein immer noch recht hoher Wert im Vergleich zu Zeiten geringer geomagnetischer Aktivität.

Aus der Beobachtung des Sturms können wichtige Erkenntnisse zur Geophysik und Weltraumphysik sowie über das aktuelle und zukünftige Gefährdungspotential durch solche Weltraumwettereignisse erlangt werden. Hierzu zählen induzierte Bodenströme, die unterirdische Starkstromleitungen oder Pipelines beschädigen können, sowie die Degradierung von Navigationssystemen. Die Untersuchung von Kopplungsmechanismen zwischen Sonnenwind und Erdmagnetfeld sind noch lange nicht vollständig aufgeklärt, die Geometrie und die Stärke des Erdmagnetfeldes spielen dabei eine große Rolle. Die Sektion 2.3 „Erdmagnetfeld“ des GFZ untersucht solche geomagnetischen Stürme und die Schutzfunktion des Erdmagnetfeldes.

Mehr dazu ab 19.3.2015 unter www.gfz-potsdam.de NEUESTES

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