Geothermische Fernwärmeversorgung in Berlin - GeoFern

Das fehlende bisherige Interesse der Energieversorger an den hydrothermalen Ressourcen und Aquiferwärmespeichern ist aus der strukturell unvorteilhaften Vergleichsstellung zu fossilen Energieträgern und konventionellen thermischen Speichern zu erklären. Hohe Investitionskosten und lange Amortisierungen bieten wenig Anreiz zur Entwicklung einer hydrothermalen Versorgungstechnologie bzw. Aquiferwärmespeichertechnologie. Vor allem jedoch stellt ein bestehendes Fündigkeitsrisiko ein bedeutendes Investitionsrisiko dar, welches die kommerzielle Entwicklung dieser Technologien bisher verhindert hat.

Die Ziele des Vorhabens sind es daher, (1) das Fündigkeitsrisiko für Aquiferwärmespeicher im Berliner Stadtgebiet durch bohrtechnische und innovative Erkundungsmethoden so weit zu senken, dass das Investitionsrisiko für die Wärmeversorger beherrschbar wird und (2) die planerischen Grundlagen zur effizienten Systemintegration mit einem verlässlichen und sicheren Betrieb in die Berliner Fernwärmeversorgung zu liefern.

Dabei werden durch die Beteiligung lokaler Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft genehmigungsrechtliche und administrative Hürden minimiert.

Es werden bohrtechnische, geophysikalische, hydrogeologische und geochemische Verfahren eingesetzt, um die Schlüsselprozesse und Reaktionen im Untergrund anwendungsorientiert zu erfassen und zu modellieren und die Modelle durch Gelände- und Laborversuche zu evaluieren.

In einer Gesamtsystembetrachtung werden anschließend die geowissenschaftlichen Ergebnisse vom Untergrund und die energietechnischen Betrachtungen zusammengeführt und aus wirtschaftlicher Sicht bewertet. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden Auslegungsparameter für den Bau und Betrieb von Aquiferwärmespeichern in einem bestehenden Fernwärmenetz herausgearbeitet.

Die Arbeiten werden in folgende sechs Arbeitspakete unterteilt werden:

AP1: Planung und Durchführung einer Erkundungsbohrung

AP2: Passive seismische Exploration mittels faseroptischer ortsverteilter akustischer Messungen

AP3: Geologisch-petrophysikalische und hydrogeologisch-geochemische Charakterisierung der erbohrten Zielhorizonte

AP4: Geologische Modellierung und Parametrisierung auf Grundlage der Explorationsergebnisse für die Bohrlokation und für Süd-Osten Berlin

AP5: Lokale Untergrundmodellierung und Speicherdesign

AP6: Gesamtsystemmodell inkl. obertägige Anlagen wie Wärmeerzeugungsanlagen und Verteilernetz.

BMWi - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie FKZ 03EE4007

Projektlaufzeit: 07.2019 bis 6. 2022

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