Systemintegration geothermischer Niedertemperatur-Kraftwerke - SigN

Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist die systematische Aufbereitung der Forschungsergebnisse der Bereiche Geothermie und Niedertemperatur-Stromerzeugung und die Identifizierung konkreter Themen für den Wissenstransfer, insbesondere in den Themenbereichen zuverlässige Systemintegration, dezentrale Stromversorgung und elektrischer Inselbetrieb.

Im Rahmen des Projekts sollen verschiedenen Versorgungs- und Einbindungskonzepte von Niedertemperatur-Kraftwerken, sog. Binär-Kraftwerken, auch im Hinblick auf infrastrukturelle Gegebenheiten und die Berücksichtigung der Aspekte Betriebssicherheit und Anlagenzuverlässigkeit bewertet werden. Als Beispielanwendung werden gezielt geothermische Binär-Kraftwerke ins Auge gefasst.

AP1: Analyse und Bewertung realisierter Anlagenkonzepte
In diesem Arbeitspaket werden ausgewählte geothermische Binär-Kraftwerke mit unterschiedlichen technischen Konzepten detailliert untersucht. Die einzelnen Anlagen werden dabei im Hinblick auf das technische Konzept, die infrastrukturellen Gegebenheiten, die Standortvoraussetzungen und das Betriebsmanagement beschrieben und charakterisiert. Darauf aufbauend sollen Vor- und Nachteile der einzelnen Konzepte abgeleitet und technische Anpassungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

AP2: Zuordnung der technischen Konzepte zu allgemeinen Standortvoraussetzungen
In diesem Arbeitspaket sollen qualitative und quantitative Bewertungskriterien erarbeitet werden, anhand derer es möglich ist, die verschiedenen technischen Konzepte den jeweils erforderlichen Standortvoraussetzungen bzw. den vorhandenen Standortrandbedingungen zuzuordnen.

AP3: Elektrische und automatisierungstechnische Einbindung
In diesem Arbeitspaket sollen die wesentlichen Aspekte der verschiedenen elektrischen Einbindungsmöglichkeiten und automatisierungstechnischen Ausführungen diskutiert und insbesondere die Voraussetzungen für einen Inselbetrieb analysiert werden.

AP4: Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des Gesamtsystems
Die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit von geothermischen Binärkraftwerken ist ein wesentlicher Aspekt für den erfolgreichen Einsatz dieser Technologie. Dabei können neben der Technik selbst, auch externe Ursachen die Zuverlässigkeit der Anlagen beeinflussen. In vielen geothermisch genutzten Gebieten bestehen erhöhte seismische Aktivitäten, die den Ausfall einer Anlage zur Folge haben können. Ein rechtzeitiges Abschalten der Anlage bzw. Teilen der Anlage, wie z.B. der Turbine, kann Schäden vermeiden und die Zuverlässigkeit erhöhen. In diesem Arbeitspaket sollen die Erfahrung aus der Erdbebenfrühwarnung genutzt werden, um ein unabhängiges Frühwarnsystem für geothermische Binäranlagen zu testen und zu verifizieren.

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung FKZ 03G0895

Projektlaufzeit: 01.12.2019 bis 30.11.2022

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