Nachhaltigkeit der Nutzung geothermischer Lagerstätten in Indonesien – systemoptimale Pilotstandorte und Trainingsprogramm

Indonesien verfügt über rund 40 Prozent der weltweit ausgewiesenen Geothermie-Ressourcen, die bisher jedoch nur wenig genutzt werden. Um eine nachhaltige Entwicklung dieser Energieform zu fördern, arbeiteten deutsche und indonesische Wissenschaftler im Rahmen dieses vom BMBF geförderten Projektes auf den Gebieten Erkundung, Reservoir Engineering und Anlagentechnik zusammen.

Das Projekt hat Fortschritte in der Exploration, dem Reservoirengineering und in der Konzeption geothermischer Kraftwerke für die speziellen Anforderungen des Landes Indonesien geliefert.

Zur Weiterentwicklung der Explorationstechnologien wurden in Indonesien verschiedene Methoden, zum Teil erstmals beispielsweise seismische Geophysik, an mehreren Beispielstandorten angewendet und so die Basis für gute neue Praxis gebildet. Die Machbarkeit der Vorgehensweise wurde gezeigt und gleichzeitig der Weg zu weiteren Verbesserungen geebnet. Insbesondere die Kombination von seismischen, magnetotellurischen (das ist die bisher am weitesten verbreitete Methode in Indonesien), und strukturgeologischen Untersuchungen, angewendet auf den Standort Sipoholon, hat zu neuen Ergebnissen geführt. Speziell an diesem Standort, der als strukturkontrollierte Lagerstätte eingeordnet wird, wird es auf Basis dieser Daten zu weiteren Erschließungsmaßnahmen der indonesischen Partner kommen.

Im Reservoirengineering ist der Beitrag des Projektes in der Bereitstellung einer Methodik zur Abbildung der in vielen Aspekten verzahnten teilweise gekoppelten Wirkung der Nutzung geothermischer Lagerstätte zu sehen. Messungen der Fluiddaten, betriebsbegleitendes Monitoring und räumliche hydraulische Modellierung brachten neue Erkenntnisse für die Betreiber beispielsweise am Standort Lahendong zur Herkunft der Fluide und zur Konnektivität des hydraulischen Feldes zwischen Förder- und Injektionsbohrungen und auch im hydrogeologischem Fernfeld.

Kraftwerke mit binären Kreisläufen gab es bisher noch nicht in Indonesien. In dem Projekt wurde die Konzeption eines solchen Prototyps vorangetrieben, so dass für das Folgeprojekt GENIE (BMBF 03G083A) Weichen gestellt werden konnten mit Auswahl des Standorts und der für die Realisierung notwendigen Partner.

Auch das Bemühen, im Projekt Fachkapazität für das Land aufzubauen war sehr erfolgreich. Von den in Deutschland in Begleitung des Projektes ausgebildete Doktoranden haben inzwischen 2 eine Universitätsprofessur angetreten. Die vom Projekt organisierten „field camps“ haben sich großer Beliebtheit erfreut - mit hohen Anmeldezahlen aus dem ganzen Land. Besonders die Zusammenarbeit mit den Universitäten ist ein großer Erfolg: die Feldmessungen wurden stets sehr gerne und sehr gut unterstützend von den indonesischen Studenten begleitet.

Aktuelle Veröffentlichungen (30.11.15):

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