System für experimentelle Petrophysik - SEPP

Die SEPP–Apparatur besteht aus insgesamt 6 außenbeheizten Öldruckkammern, deren Innenaufbau kombinierte Messungen von P- und S-Wellengeschwindigkeit, komplexer elektrischer Leitfähigkeit (leckstromfreie 4 Pol-Messungen) und Permeabilität an Gesteinszylindern (d = 25/ 30 mm, lmax = 60 mm) in Langzeit-Durchströmungsexperimenten erlaubt. Wird zwischen Probe und unterem Meßkopf zusätzlich eine hydrophile poröse Membran eingesetzt, kann der Aufbau auch zur Bestimmung von Kapillardruckkurven (drainage/ imbibition) verwendet werden. In diesem Falle lassen sich P- und S-Wellengeschwindigkeiten sowie elektrische Eigenschaften in Abhängigkeit der Probensättigung untersuchen. Zusätzlich ist ein hydraulischer Druckverstärkerkolben in den unteren Verschlußstopfen des Druckbehälters integriert, mit dem die zu untersuchende Probe gegebenenfalls unter bi-axialen Spannungsbedingung gesetzt werden kann. Die Druckbehälter sind für einen maximalen Umschließungsdruck von 600 bar bei einer Arbeitstemperatur von 150 °C ausgelegt und ermöglichen somit Experimente unter simulierten Bedingungen von Untergrundspeichern in 1000 – 3000 m Tiefe. Die maximale Arbeitstemperatur beträgt 230 °C bei entsprechend niedrigerem Umschließungsdruck. Zur Temperierung sind die Druckbehälter mit ölgefüllte Heizmanschetten ausgestattet. Das Porenfluidsystem für Langzeitdurchströmungsversuche ist für einen maximalen Porendruck von 400 bar dimensioniert und erlaubt über ein Schaltventil eine parallele Fluidversorgung von bis zu 6 Proben/ Druckbehältern. Zur Durchführung von Kapillardruckexperimenten kann das Injektionssystem durch eine Verdränger-Spindelpumpe (pmax = 300 bar, Tmax = 150°C) ersetzt werden.

Kontakt

Wissenschaftlerin
Dr. Juliane Kummerow
Geoenergie
Telegrafenberg
Gebäude E, Raum 253
14473 Potsdam
+49 331 288-1446
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