Anthropogene Erdbeben

Um die induzierte seismische Gefährdung abzuschwächen, benutzen wir ein thermo-hydro-mechanisches Modell (thermo-hydro-mechanical - THM) und verknüpfen dieses mit statistischen Methoden zu einem vorausschauenden Schema der induzierten seismischen Gefährdungseinschätzung (FISHA - Forward Induced Seismic Hazard Assessment scheme) (Hakimhashemi et al. 2014). In Zusammenarbeit mit dem Forschungsthema 5 "Georessourcen" können wir die Voraussagen des THM-Modells bestätigen. Auch die von FISHA gemachten Voraussagen wurden durch ein einzigartiges Experiment in einem Untertagefelslabor in Äspö/Schweden bestätigt. In diesem Experiment wurden mehrskalige Injektionen durchgeführt, um das Wachstum und die Verortung der Hydro-Bruchstellen mit großer Genauigkeit zu verfolgen (Zang et al. 2017).  Das zyklische Stimulationsschema des Auf- und Abbau des Bruchstellennetzdruckes führte zu einer niedrigen, das Experiment begleitenden Seismizität, vergrößerte aber gleichzeitig die Permeabliltät des behandelten Gesteinsabschnitts.  Von diesen Erfahrungen ausgehend wurde ein speziell angepasstes Protokoll für diese Art von Experimenten, das auch am Geothermalstandort Pohang, Republik Korea, durchgeführt werden soll, im Rahmen des von der EU finanzierten Projektes DESTRESS entwickelt.