Seismische Erkundung im Raum Groß Schönebeck

Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ untersucht das Potenzial der Geothermie.

Die Wärme aus dem Erdinneren – Geothermie – ist eine erneuerbare, klimafreundliche Energiequelle. Sie kann Wärme und Strom zu jeder Tageszeit und unabhängig vom Wetter liefern. Um dieses Potenzial besser zu erschließen, betreibt das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ seit 2001 die Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck. Rund 50 Kilometer nördlich von Berlin und am Rande des Norddeutschen Beckens gelegen, liefert die Forschungsplattform Erkenntnisse, die in viele Regionen des Landes, aber auch ins Ausland übertragbar sind.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum untersucht das Potenzial der Geothermie

Potsdam, 14. Februar 2017. Die Wärme aus dem Erdinneren – Geothermie – ist eine erneuerbare, klimafreundliche Energiequelle. Sie kann Wärme und Strom zu jeder Tageszeit und unabhängig vom Wetter liefern. Um dieses Potenzial besser zu erschließen, betreibt das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ seit 2001 die Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck. Rund 50 Kilometer nördlich von Berlin und am Rande des Norddeutschen Beckens gelegen, liefert die Forschungsplattform Erkenntnisse, die in viele Regionen des Landes, aber auch ins Ausland übertragbar sind.

Mit einer groß angelegten seismischen Untersuchung soll nun die Struktur des Untergrundes genauer aufgeklärt werden. Dafür wird das Verfahren der 3D-Seismik eingesetzt. Bevor die Untersuchungen starten, veranstalten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Sonntag, 19. Februar, einen Informationstag vor Ort.

Wie bei einem Ultraschall, der Organe im menschlichen Körper sichtbar macht, setzen auch wir auf spezielle Wellen, um Verborgenes räumlich darstellen zu können“, erläutert Prof. Charlotte Krawczyk, Direktorin des GFZ-Departments „Geophysik“. Bei der Seismik werden dafür seismische Wellen benutzt. Meist werden sie von einem Vibrationsfahrzeug in den Untergrund abgestrahlt, das für wenige Sekunden an der Erdoberfläche vibriert. An geologischen Strukturen in der Tiefe, beispielsweise markante Wechsel zwischen den einzelnen Sedimentschichten, werden die seismischen Wellen reflektiert und gelangen zurück zur Oberfläche. Dort werden sie von hochempfindlichen Geophonen registriert, die zuvor ausgelegt werden. Aus einer Fülle von Messdaten können Geophysiker die Struktur des Untergrunds bis in Tiefen von über vier Kilometern detailliert erkunden.

Das 3D-Bild der geologischen Schichten an der Forschungsplattform Groß Schönebeck wird uns helfen, das Potenzial der Geothermie noch besser einschätzen zu können“, sagt Prof. Ernst Huenges, Leiter der GFZ-Sektion „Geothermische Energiesysteme“. In Süddeutschland, wo die geologischen Voraussetzungen günstiger sind, ist diese Art der Energiegewinnung verbreitet und wird weiter ausgebaut. Die Millionenstadt München zum Beispiel will bis 2040 Fernwärme ausschließlich aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die Geothermie soll dabei eine entscheidende Rolle spielen. „Wir gehen davon aus, dass die Erdwärme auch in Norddeutschland einen maßgeblichen Anteil an der Strom- und Wärmeversorgung übernehmen kann. Wir wollen Techniken entwickeln, um diese heimische klimafreundliche Energiequelle nutzbar zu machen.

Für die operative Durchführung der seismischen Untersuchungen hat das GFZ die Firma DMT aus Essen beauftragt. Diese wird die Messkampagne, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, auf insgesamt 64 Quadratkilometern Fläche vornehmen. Nachdem alle behördlichen Genehmigungen erteilt worden sind, wurde der Beginn der mehrwöchigen Messungen auf den 20. Februar 2017 festgelegt. Bereits in den Tagen zuvor finden einzelne Voruntersuchungen statt, um das Messprogramm zu optimieren.

Die 3D-Seismik ist ein etabliertes Verfahren, das auch in Innenstadtbereichen eingesetzt wird. Die Vibrationen sind nur in der Nähe der Vibrationsfahrzeuge spürbar und vergleichbar mit einem LKW, der an einem Haus vorbeifährt.

Prof. Krawczyk und Prof. Huenges und weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GFZ laden Anwohner und Interessierte zu einer Informationsveranstaltung am Sonntag, dem 19. Februar 2017 nach 16244 Schorfheide, Ortsteil Groß Schönebeck, auf einer Freifläche an der Rosenbecker Straße Richtung Klandorf ein. Die Veranstaltung findet von 11 bis 15 Uhr statt. Dort besteht Gelegenheit, sich über das geplante Verfahren und mögliche wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen. Desweiteren wird eines der 21 Tonnen schweren Vibrationsfahrzeuge „in Aktion“ zu erleben sein. Medienvertreter sind zu diesem Ereignis herzlich eingeladen.

 

Weitere Informationen zur Messkampagne finden Sie auf einem Faltblatt, das Sie hier erreichen:

https://www.gfz-potsdam.de/fileadmin/gfz/sec62/pdf/de/Projektflyer_3D_Seismik_final_.pdf

sowie im Internet

 

Anwohnern steht vor Ort ein Ansprechpartner für Fragen zu den seismischen Messungen zur Verfügung (Tel. 0176 471 34 092, E-Mail: schorfheide@ips-celle.de), am GFZ Angela Spalek (E-Mail: angela.spalek@gfz-potsdam.de). Medienvertreter wenden sich am besten an Josef Zens (josef.zens@gfz-potsdam.de) oder Ralf Nestler (ralf.nestler@gfz-potsdam.de).

Druckfähige Abbildungen sowie Animation zur Geothermie finden Sie in unserer Mediendatenbank unter
http://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/mediathek/bildarchiv/geothermie/ 

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