Projekt zum Aufbau eines seismologischen Labors in Madagaskar von Dr. Razafindrakoto gewinnt ARISE Grant

Das Projekt zum Aufbau eines seismologischen Labors in Madagaskar von Dr. Razafindrakoto gewinnt den ARISE Grant.

Dr. Hoby Njara Tendrisoa Razafindrakoto wurde von der Afrikanischen Akademie der Wissenschaften auserwählt, um eine Forschungsgruppe für Seismologie in Madagaskar aufzubauen. Ihr auf fünf Jahre angelegtes Projekt trägt den Namen EARTHMOVING, dient der Erdbebenüberwachung und der Bewertung der damit verbundenen Gefahren in Madagaskar.

Das zugehörige Förderprogramm "ARISE - The African Research Initiative for Scientific Excellence" ist ein hochrangiges und sehr kompetitives Programm mit bis zu 500.000 Euro Förderung pro Projekt. Es unterstützt die Forschung erfahrener Wissenschaftler*innen in der Mitte ihrer wissenschaftlichen Laufbahn. Das von der Europäischen Union finanzierte ARISE-Programm wird von der Afrikanischen Akademie der Wissenschaften mit der Europäischen Kommission und der Kommission der Afrikanischen Union als strategische Partner durchgeführt.

Das Projekt EARTHMOVING soll die Forschung im Bereich der Erdbebenseismologie und des Erdbebeningenieurwesens in Madagaskar fördern und eine Grundlage für eine fortschrittliche, auf Physik basierende und schnelle Bewertung von Erdbeben schaffen – dies zunächst in Madagaskar und schließlich dann auch in anderen Teilen Afrikas.

Ziel ist es, die Erdbebenüberwachung zu verbessern, indem modernste Algorithmen zur Erkennung und Lokalisierung von Ereignissen und zur Unterscheidung zwischen natürlichen und nicht-natürlichen Erdbeben (z. B. Sprengungen in Steinbrüchen) verbessert werden.

Darüber hinaus soll von den neuesten Entwicklungen profitiert werden, indem bereits existierende Daten von dauerhaft wie auch vorübergehend eingerichteten seismischen Stationen in Madagaskar genutzt werden, um eine umfassende seismische Gefährdungsanalyse zu erstellen, die sowohl die natürliche als auch die induzierte Seismizität berücksichtigt. Es ist der erste Schritt zu einem wirksamen Risikomanagement.

Das GFZ ist mit der "Sektion 2.6 - Seismische Gefährdung und Risikodynamik", in der Dr. Hoby Razafindrakoto derzeit forscht, einer der internationalen Partner des Projekts und wird eine wichtige Rolle beim Capacity Building und Wissenstransfer spielen. Denn Ziel des Projekts ist es ebenso, die berufliche Entwicklung zu unterstützen und langfristig die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit zu stärken, so dass Wissenschaftler*innen aus Madagaskar vollumfänglich an internationalen wissenschaftlichen Projekten zum Verständnis der festen Erde und von Naturgefahren beteiligt werden können und wertvolle Beiträge leisten können. Das GFZ unterstützt mit seiner Expertise die Qualitätssicherung der Ergebnisse. Für das Outreach-Programm im Rahmen des Projekts wird Razafindrakoto mit dem "GFZ-Schülerlabor" kollaborieren.

Über Dr. Hoby Njara Tendrisoa Razafindrako

Der Werdegang von Dr. Hoby Razafindrako ist ein großartiges Beispiel für internationales Capacity Building  und Zusammenarbeit. Sie erwarb ihren Master in Geophysik an der Universität von Antananarivo in Madagaskar. Noch während ihres Studiums in Madagaskar kam sie zum ersten Mal an das Deutsche GeoForschungsZentrum, um ein Praktikum zu absolvieren. Ihre Promotion führte sie später nach Saudi-Arabien, wo sie an der King Abdullah University of Science and Technology forschte. Anschließend (2015-2018) war sie als Postdoctoral Fellow an der University of Canterbury in Christchurch (Neuseeland) tätig, bevor sie 2018 ans GFZ kam. Ihre Forschungsinteressen umfassen: Bodenbewegungssimulation, Unsicherheit in Erdbebenquelleninversionen, technische Anwendungen von Bodenbewegungssimulationen und statistische Modellierung.

Weitere Meldungen

Politiker:innen informieren sich an Eisblock

Jubiläum 20 Jahre GRACE-Mission mit Gästen aus Politik, Industrie und Wissenschaft

Unsere Blumen zum Weltfrauentag

Portrait der GFZ Discovery Fund Fellows

GFZ Discovery Fund Fellows Frank Zwaan und Benjamin Schwarz starten Forschungsprojekte

Stellungnahme des GFZ-Vorstands zum Krieg gegen die Ukraine

Moor mit Vegetation

Blick zurück aus der Zukunft: Wie wird Deutschland kohlendioxid-neutral?

Humboldt-Stipendiatin Dr. Tatiana Savranskaia in der Sektion Geomagnetismus

zurückgestreutes Laserlicht

Wie kann man Tausende von Kilometer tief in die Erde schauen?

"Ich wünsche mir, dass sich junge Menschen in den Suchprozess einbringen“

Wissenschaftlerinnen, die am GFZ arbeiten.

Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft

Ehemaliger Tagebau in Griechenland

Vom Tagebau zum Pumpspeicherkraftwerk

zurück nach oben zum Hauptinhalt