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Seismisches Experiment in Ivrea-Verbano-Zone erfolgreich abgeschlossen

Fig. 1.: Lage der zwei seismischen Profile (gelb: Planung, magenta: Realisierung) im Val Sesia bei Varallo (Piemont, N-Italien). (Foto: M.Weber)
Fig. 2: Drei 17-Tonnen Vibratoren auf dem SEIZE-Profil nahe Varallo (Piemont, Italien). (Foto: M.Weber)
Fig. 3: Aufbau der Stationen unter erschwerten Bedingungen entlang der (einzigen) Strasse. (Foto: M. Weber)

Die Ivrea-Verbano-Zone in den italienischen Alpen ist eine der am besten untersuchten Arche-Typen für die kontinentale Erdkruste-Erdmantel-Grenze. Bisher ist sie aber durch keine tiefe Bohrung beprobt worden. Mit dem Projekt SEIZE (SEismic imaging of the Ivrea-Verbano ZonE) wurde nun die Grundlage für die Planung, Ausführung und Interpretation einer für 2022 geplanten Bohrung, die im Rahmen des Internationalen Forschungsbohrprogramms „International Continental Scientific Drilling Program“ (ICDP) stattfinden soll, geschaffen. Diese ICDP-Bohrung soll vier Kilometer tief werden. Sie wird die einmalige Gelegenheit bieten, geologische, geophysikalische, hydrologische und mikrobiologische Untersuchungen zu verbinden.

Mittels des nun erfolgreich abgeschlossenen Experiments soll ein strukturelles Abbild der oberen Erdkruste wie auch ein seismologisch-tomographisches Abbild erarbeitet werden. Die seismischen Quellen, die aus drei 17-Tonnen-Vibratoren bestanden, regten entlang der zwei ausgewählten Linien alle 60 m Signale an. Drei km vor und drei km hinter den Vibratoren bewegte sich synchron mit diesen eine aus 300 Ein-Komponenten-Geophonen bestehende Registrierauslage. Weitere 100 seismische Drei-Komponenten-Stationen zeichneten alle Signale bis in Entfernungen von 15 km auf. Das Feldexperiment war auch deshalb nicht ganz leicht, weil die meisten Arbeiten entlang der wenigen Talstraßen und mit oft nicht-existierenden Straßenrändern durchgeführt werden mussten.

Das Experiment fand vom 17. bis 30. Oktober 2020 im Val Sesia im Piemont (Italien) statt. Das Team bestand aus sieben GFZ-MitarbeiterInnen, welche von vier StudentInnen italienischer Universitäten unterstützt wurden. Alle Teilnehmenden sind, trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, wohlbehalten zurück, und die Auswertung der erhobenen Daten kann nun beginnen.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Michael Weber 
Geophysikalische Tiefensondierung
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
E-Mail: michael.weber@gfz-potsdam.de

Wissenschaftlicher Kontakt:
Manfred Stiller 
Oberflächennahe Geophysik 
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.:+49 331 288-1279
E-Mail: manfred.stiller@gfz-potsdam.de

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