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Seismische Aufzeichnung der Sprengung einer Weltkriegsbombe

Seismische Aufnahmen der kontrollierten Sprengung einer Weltkriegsbombe nahe dem Potsdamer Hauptbahnhof am 26.06.2020 um 14:58 Uhr Ortszeit. Deutlich ist die zeitliche Verzögerung zwischen der Station in Potsdam und der weiter entfernten Station in Wannsee erkennbar, die durch die Laufzeit der seismischen Welle im Untergrund hervorgerufen wird (CCBY SA: Laura Hillmann, GFZ).

In Potsdam ist am Freitag vergangener Woche eine Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt worden. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ hat die Erschütterungen mit Erdbebenmessgeräten aufgezeichnet. Der GFZ-Erdbebendienst GEOFON hat dazu auf dem Telegrafenberg eine Ad-hoc-Station eingerichtet.

Der Vergleich mit der GFZ-Station in einem Bohrloch im Berliner Stadtteil Wannsee, die gemeinsam mit der Universität Potsdam und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr, und Klimaschutz betrieben wird, zeigt die Laufzeit der Bebenwellen. Die Erschütterung der Detonation wurde in der Einsteinstraße um 14:58 Uhr und 48 Sekunden registriert; der erste Ausschlag auf den Kurven ist die sogenannte P-Welle, der zweite Ausschlag eine Welle, die sich in den obersten Schichten fortpflanzt).

Etwas später erreichte die kleine Bebenwelle die Station am Wannsee. Weitere Auswertungen laufen derzeit, um aus den empfangenen Signalen auf die Beschaffenheit des Untergrunds schließen zu können. So liefert die Weltkriegsbombe immerhin wertvolle Daten für die Forschung.

Medienkontakt:
Josef Zens
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1040
Email: Josef.Zens@gfz-potsdam.de

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