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REFLECT-Daten werden in einen europäischen Atlas der Geothermiefluide einfließen

Partner des EU-Projektes REFLECT beim Kick-off Meeting am 29. Januar 2020 am GFZ (Foto: K. Erbas).

Die Effizienz geothermischer Anlagen hängt stark von den Eigenschaften der Fluide ab, die die Wärme zwischen der Geosphäre und den technischen Komponenten eines Kraftwerks übertragen. Chemische oder physikalische Prozesse, die zu Ausfällung, Korrosion oder Entgasung führen, können schwerwiegende Folgen für den Kraftwerksbetrieb und die Wirtschaftlichkeit haben. Das am GFZ Anfang Januar gestartete und von Simona Regenspurg , Sektion 4.8 Geoenergie, geleitete europäische Projekt REFLECT zielt darauf, diese Probleme bereits im Vorfeld zu vermeiden, anstatt sie zu beheben.

Die Fluideigenschaften sind oft nur unzureichend definiert, da sowohl In situ- Probenahmen als auch Messungen unter extrem heißen oder extrem salinaren Bedingungen bisher kaum möglich sind. Infolgedessen herrschen große Unsicherheiten in den aktuellen Modellvorhersagen. Das geht REFLECT durch die Erhebung neuer, qualitativ hochwertiger Daten in kritischen Bereichen an.

Der Ansatz umfasst moderne Probenahmetechniken, die Messung der Fluideigenschaften unter Labor- und In-situ-Bedingungen und somit die genaue Bestimmung der wichtigsten Parameter, die die Ausfällungs- und Korrosionsprozesse steuern. Am GFZ werden dazu umfangreiche Laboruntersuchungen in den Bereichen Fluidphysik und organische Geochemie durchgeführt. Die beprobten und im Labor simulierten Fluide decken eine große Bandbreite an Salinität und Temperatur ab, einschließlich solcher aus Enhanced- und Superhot-Geothermal-Systems.

Die Daten werden in einen Europäischen Atlas der Geothermiefluide und in Vorhersagemodelle einfließen, die es ermöglichen, die Betriebsbedingungen und die Auslegung der Kraftwerke anzupassen. Daraus abgeleitete Empfehlungen sollen zu einem nachhaltigen und zuverlässigen Betrieb geothermischer Anlagen beitragen.

REFLECT wird im Rahmen des europäischen Programms Horizon 2020 gefördert. Das Konsortium besteht aus 14 Partnern aus neun europäischen Ländern. (ph)

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