Meldungen

Niederländisches Königspaar besucht Telegrafenberg

Königin Máxima und König Willem-Alexander im Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg in Potsdam am 22.05.2019 (Foto: Reinhardt & Sommer / GFZ).
Festlicher Akt zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen im Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg in Potsdam am 22.05.2019. Königin Máxima und König Willem-Alexander informieren sich über die Energieversorgung der Zukunft (Foto: Reinhardt & Sommer / GFZ).
Königin Máxima und König Willem-Alexander sind bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen im Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg in Potsdam am 22.05.2019 zugegen (Foto: Reinhardt & Sommer / GFZ).

König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande statteten während ihres Aufenthalts im Land Brandenburg am Mittwoch, 22. Mai auch dem Wissenschaftspark Albert Einstein auf dem Potsdamer Telegrafenberg einen Besuch ab. Vor dem Großen Refraktor, dem historischen Teleskop, dessen Räume das Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP) gemeinsam mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ nutzt, begrüßten der AIP-Vorstandsvorsitzende Matthias Steinmetz, der Vorstandsvorsitzende des GFZ Reinhard Hüttl und die Direktoren des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Johan Rockström und Ottmar Edenhofer gemeinsam das Königspaar, den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke mit seiner Ehefrau Susanne, die niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ingrid van Engelshoven sowie die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Martina Münch.

AIP-Vorstand Matthias Steinmetz, der als „Hausherr“ des Refraktorsaals das Königspaar begrüßte: „Der Telegrafenberg steht seit fast 150 Jahren nicht nur für die Erforschung unserer Erde und ihrem Platz im Kosmos, er ist auch seither Ort für internationale Zusammenarbeit und interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs.“

Höhepunkt des einstündigen Besuchs war die feierliche Unterzeichnung zweier Kooperationsvereinbarungen zwischen dem GFZ und der Technische Universiteit Delft (TU Delft) sowie dem PIK und der Vrije Universiteit Amsterdam. Das GFZ und die TU Delft planen eine langfristige strategische Zusammenarbeit, unter anderem in den Bereichen Geothermie, Speicherung von Wärme und bei weiteren Speichermöglichkeiten im Untergrund. Dazu gehört auch der Zugang zur Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck des GFZ und zu einer Forschungsstätte auf dem Campus der TU Delft.

GFZ-Vorstand Reinhard Hüttl: „Das GFZ und die TU Delft arbeiten seit mehr als sechs Jahren gezielt und äußerst fruchtbar zusammen. Das wollen wir nun verfestigen. Es ist von ganz besonderer Bedeutung für uns, diese Kooperation im Beisein des Königs und der Königin der Niederlande zu beginnen und damit die europäische Forschung zur Energiewende weiter zu integrieren und zu stärken.

Das PIK und die Vrije Universiteit Amsterdam werden mit der Kooperationsvereinbarung ihre Forschungszusammenarbeit auf dem Gebiet der Extremereignisse vertiefen. Geplant ist hier insbesondere der Einsatz von Methoden des Maschinellen Lernens, um Extreme besser vorhersagen zu können. Erreicht werden soll dies durch die Kombination von datengetriebenen Ansätzen mit aktuellen Klima-Computersimulationen.

PIK-Direktor Ottmar Edenhofer: „Der Klimawandel macht nicht an Landesgrenzen Halt. Darum muss auch die Forschung zum Klima über Grenzen hinweg geschehen – und genauso die Klimapolitik. Wenn der Meeresspiegel mit dem Klimawandel ansteigt, bedeutet das für die Niederlande besondere Risiken. Bei der Stabilisierung unseres Klimas können die Niederlande wichtige Partner sein, in einer Pionier-Koalition für eine wirkungsvolle Bepreisung des Treibhausgases CO2.“

Im Rahmen des königlichen Besuchs fand außerdem ein ganztägiges Treffen einer Delegation von WissenschaftlerInnen und UnternehmerInnen aus den Niederlanden mit VertreterInnen des GFZ und des PIK zur Energieversorgung der Zukunft statt. An sechs Thementischen im Großen Refraktor konnte sich das Königspaar über die Forschung in den Bereichen Geothermie und unterirdische Speicherung von Kälte und Wärme in Städten, Nutzung und Speicherung von abgeschiedenem Kohlenstoff (Carbon Capture Utilization and Storage CCUS) (alle drei mit GFZ-Beteiligung) sowie Effekte des Klimawandels/Extrem-Ereignisse, Vorteile und Herausforderungen der Dekarbonisierung außerhalb des Energiesektors als auch Transformationswege und Politik für die Dekarbonisierung des Energiesystems (alle drei mit PIK-Beteiligung) erkundigen.

Ich freue mich sehr, dass die königlichen Gäste aus den Niederlanden heute diesen einzigartigen Forschungscampus auf dem Telegrafenberg besucht haben“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Die Gespräche und Begegnungen machten die vielen Berührungspunkte deutlich, die Forscher in Deutschland und den Niederlanden verbinden. Die drei Institute, auf die das Land Brandenburg zu Recht stolz ist, sind führend in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft. Sie haben dazu beigetragen, dass Potsdam international bekannt und anerkannt ist und der Name für eine hohe Qualität wissenschaftlicher Forschung bürgt. Das Königspaar hat dies heute mit seinem Besuch unterstrichen."

Medienkontakt:
Josef Zens
Leiter Medien und Kommunikation
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Tel.: +49 331 288-1040
E-Mail: josef.zens@gfz-potsdam.de

Jonas Viering
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Tel: +49 331 288 25 07
E-Mail: Jonas.Viering@pik-potsdam.de

Janine Fohlmeister
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)
Tel.: +49 331 7499-802
E-mail: jfohlmeister@aip.de

Weitere Meldungen

Was unter dem Yellowstone-Vulkan passiert

Bericht | Ein neuer Wissenschaftsfilm: Die Haut der Erde – wo Leben auf Steine trifft

Zwei der höchsten europäischen Forschungspreise gehen an das GFZ

Personalia | Fabrice Cotton ist neuer Vorsitzender des EFEHR-Konsortiums

Frühe Warnsignale vor fatalem Kollaps des Krakatau-Vulkans

Erdbeben der Magnitude 5,7 im Marmarameer bei Istanbul

Das Langzeitgedächtnis unseres Klimasystems im Fokus

Personalia | Kirk Bryan Award für drei GFZler

Interview | „Eine große Chance für unsere Methodenentwicklung“ - GNSS-Arbeitsgruppenleiter...

Nachruf auf Sigmund Jähn: „Einfach ein cooler Typ“