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Minimalbetrieb am GFZ bei Sicherung von Basisdiensten

20.03.2020 | Minimalbetrieb am GFZ bei Sicherung von Basisdiensten

Der Vorstand des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ hat seine Beschäftigten am Donnerstag, 19. März, darüber informiert, dass das GFZ ab Montag, 23. März, in den „Minimalbetrieb“ geht.

Eine Tätigkeit auf dem Campus Telegrafenberg oder in den Außenstellen ist dann nur noch in Ausnahmefällen und nach vorheriger Rücksprache mit den Vorgesetzten möglich. Der Vorstand hat alle Forschenden und das technische Personal gebeten, die Labor- und Feldarbeiten auszusetzen und insbesondere die laufenden Laborversuche bis zum 20. März (also heute) herunterzufahren. Im Minimalbetrieb ruhen alle Laborarbeiten, das Personal arbeitet im Homeoffice. Alle Beschäftigten, die sich auf Auslandseinsätzen befinden, wurden bereits am Montag, 16. März, zur Heimreise aufgefordert. Aktuell befinden sich noch rund 30 Personen auf dem Rückweg.

Es gibt eine Reihe wichtiger Dienste, die das GFZ nach wie vor für die Wissenschaft und die Gesellschaft bereitstellt. Dazu zählt unter anderem die weltweite Erdbebenüberwachung über das GEOFON-Netzwerk und dessen Beitrag zu vielen Frühwarnsystemen weltweit. Ein weiterer Dienst ist die Bereitstellung des kp-Indexes. Dieser wurde entwickelt, um die solare Teilchenstrahlung über ihre magnetischen Effekte zu messen und gilt heute als Hinweis für den Energieeintrag aus dem Sonnenwind in das System Erde. Charlotte Krawczyk, Direktorin des Departments Geophysik, sagt: „Für beide Dienste haben wir auch bei Minimalbetrieb jeweils ein bis zwei Personen im Einsatz. Diese arbeiten weitgehend aus dem Homeoffice und achten im Fall von Arbeiten am GFZ selbstverständlich auf die nötige soziale Distanz.

Ebenfalls von zentraler Bedeutung sind mehrere „Satellitendienste“, insbesondere jene für die Funktionsfähigkeit von Navigationssystemen (Global Navigation Satellite Systems, GNSS). Das GFZ ist eines von zehn Analysezentren auf der Welt. Die aus den Daten kontinuierlich bestimmten Satellitenbahnen, Stationskoordinaten und Erdrotationsparameter sind essentiell für Navigation und Positionierung auf der Erde und im Weltraum und eine Grundlage für eine Vielzahl gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aktivitäten. Ein Ausfall einzelner oder mehrerer Analysezentren könnte kritische Auswirkungen haben.

Das GFZ liefert auch einen Beitrag zur Wettervorhersage durch tägliche, global verteilte GNSS-Radiookkultations (RO)-Messungen. Vereinfacht gesagt werden Signale von Satelliten wie TerraSAR-X und Tandem-X genutzt, um den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zu messen. Die Daten gehen an nationale und internationale Wetterdienste.

Zur Aufrechterhaltung des Betriebs ebenfalls nötig sind Arbeitskräfte im Bereich technische Dienste und IT-Infrastruktur sowie Kernaufgaben der Verwaltung wie z.B. Zahlung von Rechnungen und Gehältern. Auch dort werden die Tätigkeiten so organisiert, dass das Infektionsrisiko minimiert wird („Social Distancing“).

Der Vorstandsvorsitzende des GFZ, Reinhard Hüttl, sagt: „Der Vorstand und das Direktorium sind sich ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten und der Gesellschaft sehr bewusst. Bereits vor einigen Wochen wurden umfangreiche Präventionsmaßnahmen am Zentrum eingeführt. Die Situation in Deutschland und Europa hat sich jedoch so weit verschärft, dass das GFZ nunmehr auf einen Minimalbetrieb umstellt. Wir sehen uns hier im Einklang mit der Bundesregierung, die uns alle aufgerufen hat, gemeinsam zur Verlangsamung der Pandemie beizutragen.“ Die Regelungen gelten von Montag an für zunächst 14 Tage bis zum 5. April einschließlich.

Die beiden Vorstände Reinhard Hüttl und Stefan Schwartze richteten einen Appell an die Belegschaft: „Es fällt uns nicht leicht, diese Entscheidung zu treffen, aber wir befinden uns weltweit in einer einmaligen Situation. Wir rufen Sie auf, den GFZ-Spirit auch im Homeoffice aufrechtzuerhalten und sich um Ihre Mitmenschen zu kümmern, die vielleicht nicht einkaufen gehen können oder anderweitige Hilfe benötigen.

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