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lllegaler Sandabbau im Mekong-Delta

Schwimmbagger auf dem Mekong im Mai 2018 (Foto: O. Lojek, Ludwig-Franzius-Institut, LUH).
Fortschreitende Ufererosion im Mai 2018 nahe der Stadt Sa Dec (Foto: O. Lojek, Ludwig-Franzius-Institut, LUH).

Internationales Kooperationsprojekt mit GFZ-Beteiligung liefert neue Ergebnisse.

Sand, dieser vor allem für die Bauindustrie wertvolle Rohstoff, wird knapper. Dadurch kommt es immer häufiger auch zur informellen Entnahme von Sand, etwa aus Flüssen. Ein Forschungsprojekt des Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI) der Leibniz Universität in Hannover hat im Mekong-Delta in Vietnam Daten zur lokalen, informellen Sandentnahmen und der nicht nachhaltigen Entwicklungen des Sandbudgets erhoben. Die Ergebnisse, an denen auch das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) sowie der Vietnam National University (VNU) beteiligt waren, sind nun in Scientific Reports erschienen. „Im Rahmen unserer Studie konnten jetzt erstmals detaillierte Rückschlüsse auf lokale Sandentnahmen gezogen werden, die in der Menge weit über den erteilten Lizenzen zur Entnahme von Sand lagen“, stellt Christian Jordan, der Erstautor der Studie vom LuFI fest.

Das Mekong-Delta liefert etwa 50 Prozent der Nahrungsproduktion Vietnams. „Die Region steht vor großen Herausforderungen durch tiefgreifende Umweltveränderungen. Diese sind sowohl durch den Klimawandel als auch durch menschliche Einflüsse verursacht“, sagt Heiko Apel, Hydrologe am GFZ, der an der Studie mitgewirkt hat. „Aus den Veränderungen resultieren eine fortschreitende Küstenerosion, morphologische Instabilität der Flussläufe und verstärkte Salzwassereinflüsse in Oberflächengewässer und Grundwasserleiter. Dies hat nachhaltende negative Auswirkungen auf die Lebensumstände der Bevölkerung zur Folge.“

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt 'Catch-Mekong' wurden hochaufgelöste hydrologische, morphologische und sedimentologische Kennwerte im Mekong-Delta erfasst. So sind im Zuge zweier Messkampagnen in der Hoch- und Niedrigwassersaison 2018 unter anderem Tiefendaten mittels Fächerecholot, Strömungsgeschwindigkeiten und Geschiebetransport gemessen worden.

Originalstudie: Jordan, C., Tiede, J., Lojek, O., Visscher, Apel, H., Nguyen, H.Q., Nquyen Xuan Quang, C., Schlurmann, T., 2019. Sand mining in the Mekong Delta revisited - current scales of local sediment deficits. Scientific Reports. DOI: 10.1038/s41598-019-53804-z

Weiterführende Informationen:

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Heiko Apel
Sektion Hydrologie
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Tel.: +49 331 288-1538
E-Mail: heiko.apel@gfz-potsdam.de

Christian Jordan
Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen
Leibniz Universität Hannover
Tel.: +49 511 762 2788
E-Mail: jordan@lufi.uni-hannover.de

Medienkontakt:
Dipl.-Phys. Philipp Hummel
Referent in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1049
E-Mail: philipp.hummel@gfz-potsdam.de
Twitter: @GFZ_Potsdam

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