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Kalkschalen von Planktonart entstehen anders als gedacht

Die Foraminifere Orbulina Universa frisst einen planktischen Ruderfußkrebs (Foto: Oscar Branson/ANU).

Die Kalkschalen winziger Einzeller entstehen ganz anders als bisher gedacht: Foraminiferen, eine weit verbreitete Planktonart, bilden ihren Panzer nicht aus Kalzit, sondern bauen die Schale zunächst aus Vaterit, einer nicht stabilen Form von Calciumcarbonat (Kalk) auf. Erst später wird Kalzit daraus. Diese Entdeckung eines Teams aus Australien und dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ hat wichtige Folgen für die Klimaforschung.

Denn die Kalkschalen der Foraminiferen gelten als Archive der Umweltbedingungen vergangener Jahrtausende. Sie überdauern als Sediment im Ozeanboden sehr lange. „Um aus der chemischen Zusammensetzung des Kalks möglichst korrekt auf die Temperaturen der Vorzeit zu schließen, ist es unabdingbar, den Bildungsprozess zu verstehen“, sagt die Hauptautorin Dorrit Jacob von der Macquarie University in Australien. „Unsere Studie klärt hoffentlich auch die lange strittige Frage, wieso sich unsere Beobachtungen aus der Natur von Laborexperimenten mit den Kalkschalen unterscheiden.“ Mehr noch: Das Vorhandensein von Vaterit in den Kalkschalen der Foraminiferen macht diese Lebewesen viel anfälliger für Ozeanversauerung als bislang angenommen.

Die Untersuchungen der Schalen geschahen am GFZ in Potsdam im Labor von Richard Wirth. Er analysierte hauchdünne Kalkscheiben mit dem Transmissionselektronenmikroskop. Die Studie erschien im Fachmagazin Nature Communications.

Originalstudie: Jacob, D.E., Wirth, R. Agbaje, O.B.A., Branson, O., Eggins, S.M., 2017. Planktic foraminifera form their shells via metastable carbonate phases. Nature Communications. DOI: 10.1038/s41467-017-00955-0

Abbildung in druckfähiger Auflösung unter diesem Link

Das Foto zeigt eine Foraminifere namens Orbulina Universa, die einen kleinen planktonischen Ruderfußkrebs frisst (Foto: Oscar Branson/ANU).

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