International führender Seismologe Prof. Dr. Gregory Beroza am GFZ

Der Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung wurde an Herrn Professor Dr. Gregory Beroza verliehen. Er ist eine verdiente Würdigung seiner international herausragenden Forschungsleistung in den Geowissenschaften. Der mit der Preisverleihung verbundene Gastaufenthalt am Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam wird bereits bestehende Kooperationen weiter vertiefen und ermöglicht insbesondere auch jungen Wissenschaftlern die direkte Zusammenarbeit mit einem der international führenden Seismologen.

Gregory Beroza ist Professor für Geophysik am Department of Geophysics an der Stanford University in Kalifornien. Er hat unter anderem in der Erforschung der dynamischen Prozesse, die mit der Entstehung von Erdbeben und ihrer Ausbreitung verbunden sind, grundlegende neue Theorien und Erkenntnisse geschaffen. Gregory Beroza und seine Kollegen in Stanford sind aktuell führend in der Entwicklung und Einführung von Methoden der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens, die der Analyse seismischer Signale sowie der Verarbeitung großer Datenmengen dienen. Immer wichtiger werden diese Verfahren durch die ständige Verbesserung seismologischer Netzwerke und den immer stärkeren internationalen Datenaustausch. Am GFZ versprechen wir uns wichtige Impulse zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Seismologie und bei der Prozessierung faseroptischer Messdaten.

Durch den Forschungsaufenthalt von Herrn Beroza in Deutschland, besteht insbesondere die Möglichkeit die wissenschaftliche Zusammenarbeit zum Thema ‚Entstehung und Ausbreitung von seismischen Rupturen‘ über eine breite räumliche und zeitliche Skala zu vertiefen. Hier geht es um die Analyse raum-zeitlicher Muster der Seismizität aus verschiedenen Datensätzen, die in Feldstudien aber auch Laborexperimenten am GFZ gewonnen wurden. Es besteht ein gemeinsames Forschungsinteresse hinsichtlich der Entschlüsselung charakteristischer Muster seismischer Daten aus existierenden Erdbeben-Katalogen, die ggf. Aufschluss über geometrische Struktur und mechanische Parameter von Störungen geben können. Diese Forschung ist relevant für die nächste Generation von Erdbeben-Frühwarnsystemen, die wir gerade entwickeln und zum Beispiel an unserem Plattenrand-Observatorium vor Istanbul gemeinsam mit den türkischen Partnern testen und einsetzen wollen. Istanbul ist akut erdbebengefährdet. Ein weiteres Forschungsthema betrifft die durch die Injektion von Fluiden in den Untergrund induzierte Seismizität, an welchem unsere Arbeitsgruppe und die von Gregory Beroza mit zum Teil sich ergänzenden Ansätzen arbeiten.

Prof. Dr. Gregory Beroza wird auch in Zukunft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen einen prägenden Einfluss auf die Forschungsentwicklung im Bereich der Seismologie und darüber hinaus ausüben. Wir freuen uns sehr, dass nun durch den Humboldt-Forschungspreis eine intensive Zusammenarbeit am Wissenschaftsstandort Potsdam möglich wird.


Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Marco Bohnhoff 
Sektionsleiter
Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1327
E-Mail: marco.bohnhoff@gfz-potsdam.de

 

 

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