Meldungen

GRACE-FO-Satelliten: Wechsel zu einer Backup-Einheit an Bord

Das GRACE-FO-Missionsteam (Grace Recovery and Climate Experiment Follow-On) plant, diesen Monat auf ein Backup-System im Mikrowellensystem einer der beiden Raumsonden umzustellen. Nach der Umstellung wird erwartet, dass GRACE-FO die Erfassung wissenschaftlicher Daten schnell wieder aufnimmt.

Einen Monat nach dem Start im Mai produzierte GRACE-FO seine erste vorläufige Schwerefeldkarte. Allerdings hat die Mission seit Mitte Juli aufgrund einer Anomalie bei einer Komponente des Mikrowelleninstruments auf einem der GRACE-FO-Raumfahrzeuge keine wissenschaftlichen Daten mehr geliefert.

Am 19. Juli schaltete die primäre Mikrowellen-Instrumentenverarbeitungseinheit (IPU) auf dem GRACE-FO-2-Satelliten als Reaktion auf interne Befehle von einer Überwachungseinheit ab. Sie hatte angezeigt, dass die IPU weniger Strom als erwartet erhielt. Die IPU bietet verschiedene Zeit-Referenzen für den Satelliten sowie integrierte digitale Signalverarbeitungsfunktionen für die Mikrowellen- und GPS-Signale. Jeder der beiden GRACE-FO-Satelliten ist mit einem IPU-Paar - einer primären und einer redundanten - ausgestattet, die bei Ausfall einer Einheit als Backup dienen. Auf GRACE-FO-2 soll nun in einigen Tagen auf die Backup-Einheit umgeschaltet verwendet.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die primäre IPU zu reaktivieren, richtete JPL am 6. August ein Anomalie-Reaktionsteam ein, um das Problem zu untersuchen. Das Team arbeitet mit den Ingenieuren, die das MWI entwickelt haben, und versucht, das ungewöhnliche Verhalten im Labor zu reproduzieren, um die Ursache des Problems zu verstehen.

Nach Abschluss der verbleibenden Gerätekalibrierungen werden die Leistung und Stabilität der redundanten IPU für mindestens 30 Tage überwacht. Sobald der stabile Betrieb des Instruments bestätigt ist, wird die Mission auf dem richtigen Weg sein, um ihre wissenschaftliche Betriebsphase zu beginnen, beginnend mit einer viermonatigen Datenvalidierungszeit, wie sie zuvor geplant war.

Die Mission GRACE-FO wurde am 22. Mai mit einer SpaceX Falcon 9-Rakete gestartet. Der Start der Mission und die ersten Operationsphasen wurden innerhalb von fünf Tagen abgeschlossen und die wissenschaftlichen Instrumente wurden einige Tage später aktiviert. Die Analyse der Ausgangsdaten zeigte, dass sowohl das Mikrowelleninstrument (MWI) als auch das Laser-Ranging-Interferometer (LRI) hochpräzise Messungen der gravitationsbedingten Abstandsänderung zwischen den beiden GRACE-FO-Satelliten lieferten - ebenso gut wie oder noch besser als die Original-GRACE-Mission.

Das primäre wissenschaftliche Ziel von GRACE-FO ist, wie auch sein Vorgänger GRACE, zu verfolgen, wie Wasser auf der Erde verteilt wird, indem hochgenaue, monatliche Gravitationsfeldkarten erstellt werden. Messungen der Veränderungen im Schwerefeld der Erde liefern Messungen der Massenänderung und ermöglichen einzigartige Einblicke in das sich verändernde Klima der Erde, Prozesse im Erdsystem wie Dürren und Veränderungen des Meeresspiegels sowie die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Wasserressourcen.

GRACE-FO ist eine Partnerschaft zwischen der NASA und dem GeoForschungsZentrum (GFZ). Der Betrieb der beiden Satelliten erfolgt im Unterauftrag des GFZ mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch das Deutsche Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA hat die Gesamtprojektleitung. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt gemeinsam durch GFZ, JPL und dem Center for Space Research der Universität in Austin/Texas (UTCSR).

|Aktualisiert am 19.9.2018, 10:00 Uhr|

Weitere Informationen zu GRACE-FO finden Sie unter:

https://www.nasa.gov/gracefo
https://gracefo.jpl.nasa.gov/

Weitere Meldungen

Bericht | Ein neuer Wissenschaftsfilm: Die Haut der Erde – wo Leben auf Steine trifft

Zwei der höchsten europäischen Forschungspreise gehen an das GFZ

Personalia | Fabrice Cotton ist neuer Vorsitzender des EFEHR-Konsortiums

Frühe Warnsignale vor fatalem Kollaps des Krakatau-Vulkans

Erdbeben der Magnitude 5,7 im Marmarameer bei Istanbul

Das Langzeitgedächtnis unseres Klimasystems im Fokus

Personalia | Kirk Bryan Award für drei GFZler

Interview | „Eine große Chance für unsere Methodenentwicklung“ - GNSS-Arbeitsgruppenleiter...

Nachruf auf Sigmund Jähn: „Einfach ein cooler Typ“

Zwei Helmholtz Innovation Labs entstehen am GFZ Potsdam