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GFZ-Ausgründung DiGOS für Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert

GFZ Laser-Ranging-Station im Nachtbetrieb während der Beobachtung eines Galileo-Satelliten in rund 20.000 km Entfernung (Foto: DiGOS GmbH).

DiGOS entwickelt und baut schlüsselfertige Satelliten-Laser-Messstationen / Erste Produkte gehen nach Teneriffa und Japan.

Die GFZ-Ausgründung DiGOS ist für den Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert, das gab die Jury des Preises auf einer Pressekonferenz am Freitag, 8. November in Potsdam bekannt. Die 2014 gegründete GmbH ist damit eines von zehn Unternehmen in der Endausscheidung. Die Gesamtzahl der Bewerbungen lag bei mehr als 200. Hauptarbeitsgebiet von DiGOS sind Bau und Ausstattung von Satelliten-Laser-Ranging-Stationen (SLR). SLR steht dabei für die hochgenaue Messung der Entfernung zwischen einer Bodenstation und einem Satelliten mittels Laserpulsen. Kernkompetenzen von DiGOS sind Konzeption, Systemintegration und maßgeschneiderte Hard- und Software. In den kommenden beiden Jahren wird DiGOS zwei solcher SLR-Stationen aufbauen und schlüsselfertig übergeben; eine für die japanische Weltraumagentur JAXA am Weltraumzentrum in Tsukuba, die andere für die europäische Weltraumagentur ESA auf Teneriffa.

Aus den mit SLR gewonnenen Daten werden die Umlaufbahnen von Satelliten bestimmt und auch vorhergesagt. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ betreibt auf dem Potsdamer Telegrafenberg eine eigene SLR-Station und ist damit Teil eines Netzwerks von rund 35 Stationen weltweit, die überwiegend für die Geodäsie genutzt werden.

Herzstück der neuen Stationen ist jeweils ein 80-Zentimeter-Spiegelteleskop mit einem leistungsstarken Laser, der bis zu 1000 Laserpulse in einer Sekunde abfeuert. Reflektoren, die an der Hülle der Ziel-Satelliten angebracht sind, strahlen das Laserlicht zurück. Damit ist die SLR-Station in der Lage, die Entfernung zu Satelliten mit einer Präzision bis in den Millimeterbereich zu messen. Neben der Umlaufbahnbestimmung dienen diese Daten einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Zwecken, zum Beispiel der Überwachung von Erdrotationsparametern (Polbewegung und Tageslänge) und der Eichung von GPS-Empfängern an Bord von Satelliten. Ein weiteres Feld, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Beobachtung von gefährlichem Weltraumschrott.

Mit diesem breiten Anwendungsspektrum, dem hohen Internationalisierungsgrad und seiner beeindruckenden Innovationskraft hat DiGOS beste Argumente, die Auswahljury auch in der Endauswahl überzeugen zu können. Neben den SLR-Stationen produziert DiGOS auch noch Geräte für andere geowissenschaftliche Anwendungen, zum Beispiel so genannte Data-CUBEs. Hier kommen die Zulieferer fast alle aus Berlin und Brandenburg. André Kloth, früher selbst am GFZ beschäftigt und nun einer der Geschäftsführer der DiGOS: „Es ist für uns schon ein großer Erfolg, in der Endrunde zu sein. Das zeigt, dass unsere Innovationen wahrgenommen werden. So setzen wir nun Technologien aus der ‚Künstlichen Intelligenz‘ ein, um die neuen SLR-Stationen auch autonom betreiben zu können.“

Die Erfolgsgeschichte der DiGOS, die mittlerweile 9 Beschäftigten hat und 2019 einen Umsatz von über 2,5 Millionen Euro erwartet, liegt auch an der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem GFZ. „Die Kooperation zwischen GFZ und DiGOS ist in den letzten Jahren immer intensiver geworden und hat sich auf weitere Projekte und Sektionen ausgedehnt,“ berichtet Kloth. Der Leiter des Technologietransfers am GFZ, Jörn Krupa, ergänzt: „Davon profitieren beide Seiten, unter anderem erhält das GFZ regelmäßige Lizenzeinnahmen für Produkte, die DiGOS herstellt und vertreibt. Auf der anderen Seite läuft beispielsweise auch die GFZ-SLR-Station mit der DiGOS-Software SCOPE. Auch in dieser Hinsicht gehört DiGOS zu den erfolgreichsten Ausgründungen des GFZ.“ Der Erfolg der jungen Firma könne auch als Ansporn für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dienen, sich mit einer Idee auszugründen. „Die Krönung wäre natürlich der Gewinn des Innovationspreises Berlin-Brandenburg“, sagt Krupa, „wir drücken die Daumen.“

Weitere Informationen:

Wissenschaftlicher Kontakt:
DiGOS Potsdam GmbH
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288 1133
E-Mail: info@digos.eu

Medienkontakt:
Dipl.-Phys. Philipp Hummel 
Referent in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Helmholtz-Zentrum Potsdam 
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ 
Telegrafenberg 
14473 Potsdam 
Tel.: +49 331 288-1049 
E-Mail: philipp.hummel@gfz-potsdam.de
Twitter: @GFZ_Potsdam

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