Europäische Forschungsförderung geht an GFZ-Wissenschaftler

Jonathan Bedford , Wissenschaftler am Deutschen GeoForschungsZentrum, hat eine Nachwuchsförderung des europäischen Forschungsrates ERC in Höhe von nahezu zwei Millionen Euro für ein Projekt in der Erdbebenforschung erhalten. Mit diesem „Starting Grant“ will Bedford die Bewegungen von tektonischen Platten auf verschiedenen Zeitskalen auswerten, um die treibenden Kräfte sowohl über als auch unter der Erde besser zu verstehen. 

Sein Projekt baut auf jüngsten Erkenntnissen aus der Tektonikforschung mit globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) auf. Diese zeigen, dass sich die Erdkrustenplatten an ihren Grenzen auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen beschleunigen und dass einige dieser Beschleunigungen auf ein bevorstehendes Erdbeben hinzuweisen scheinen.

Den Großteil des Projektes wird Bedford an der Ruhr-Universität in Bochum ansiedeln und das GFZ als wichtige Partnerinstitution mit rund 460.000 Euro Fördersumme beteiligen. Der Forscher ist in der Sektion „Dynamik der Lithosphäre“ am GFZ tätig und kooperiert eng mit Kolleg*innen aus den GFZ-Sektionen Geodätische Weltraumverfahren, Erdsystemmodellierung sowie Globales Geomonitoring und Schwerefeld. 

Mit der Fördersumme will Bedford unter anderem das weltweit erste kostengünstige tektonische GNSS-Netzwerk mit 72 Empfangsstationen aufbauen, um die Bewegungen der Mikroplatten in Griechenland genau zu erfassen. Im Mittelmeerraum gibt es zahlreiche kleinere Erdkrustenplatten, die sich um wenige Zentimeter pro Jahr gegeneinander verschieben und dabei auch Dreh- und Kippbewegungen vollziehen. Dieses Mosaik wiederum ist gewissermaßen eingezwängt zwischen der massiven afrikanischen Platte im Süden und der eurasischen Kontinentalplatte im Norden. Dieser „Schraubstock“ bringt Druck ins System. Gemeinsam mit Kolleg*innen im Analoglabor des GFZ, wo solche Prozesse im Labormaßstab erforscht werden, und mit Forschenden aus den Erdvermessungssektionen sowie Modellierungsexpert*innen will Bedford die komplizierten Bewegungen – manche vollziehen sich in Minuten, manche dauern Jahrzehnte – und deren zugrundliegenden Mechanismen entschlüsseln.

Hintergrund (Pressemitteilung zu einer Studie in Nature vom April 2020): Link

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