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Bodenfeuchterekorde im Mai haben das Juni-Hochwasser verstärkt

Abfluss des Stausees Klaus 02.Juni 2013, 17 MESZ, Fluss Steyr (Oberösterreich); Copyright: Bernhard Mühr

Regenmengen intensiv, aber nicht überall Rekordmarken setzend

05.06.2013 | Potsdam: Die Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands wurde wesentlich dadurch verstärkt, dass durch das feuchte Frühjahr die Böden feuchtegesättigt waren. Die starken Regenfälle konnten deshalb nicht im Erdboden absorbiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) durch eine Analyse der Besonderheiten des aktuellen Hochwassers und den Vergleich mit früheren Ereignissen.

Einumfangreicher Tiefdruckkomplex führte vom 27. Mai bis 3. Juni beständig feuchte Luft nach Mitteleuropa. In der Folge kam es in Deutschland, Tschechien, Österreich und der Schweiz durch Staueffekte besonders an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen zu anhaltenden und intensiven, jedoch nur selten rekordverdächtigen Regenfällen. Insbesondere die Kombination mit den äußerst ungünstigen Vorbedingungen – der Boden konnte die neuerlichen Niederschläge nach einem sehr feuchten Mai nicht mehr aufnehmen (40% der Landesfläche Deutschlands wiesen Ende Mai neue Bodenfeuchterekorde auf) - führte zu diesem extremen Hochwasserereignis.

Aus hydrologischer Sicht übertrifft das Junihochwasser 2013 bereits jetzt das Augusthochwasser 2002 und ist unter den „modernen“ Hochwasserereignissen wohl nur mit dem Ereignis vom Juli 1954 zu vergleichen, denn das Ausmaß der betroffenen Gebiete übertrifft 40% des deutschen Gewässernetzes. Auch die Abflussspitzen erreichen Werte in der Größenordnung dieser beiden historischen Ereignisse, wobei an der Elbe und Saale die Werte aktuell noch steigen.

Ungewöhnlich ist zudem, dass so viele Flussgebiete gleichzeitig von sehr schwerem Hochwasser betroffen sind. Definiert man solche Ereignisse als Hochwässer mit einer Wiederkehrwahrscheinlichkeiten von über 50 Jahren, dann lassen sich klare Ereignisschwerpunkte im Gegensatz zu 2002 nicht zu erkennen. Wenn die Schäden dennoch nicht das Ausmaß vom Augusthochwasser 2002 erreichen werden, so liegt das zum einen an Fortschritten im Hochwasserschutz, dem Ausbleiben von Deichbrüchen undder überwiegenden Betroffenheit von Gebieten mit „hochwassererprobter“ Bevölkerung. Dazu zählen das Elbegebiet und Regionen Süddeutschlands, die aufgrund von Geländeformen, Siedlungsart und sozio-ökonomischer Struktur vergleichsweise gut mit Hochwasserauswirkungen umgehen können.

 

Der ausführliche Bericht findet sich hier:

http://www.cedim.de/download/FDA_Juni_Hochwasser_Bericht1.pdf

Kontakt: Dr. Florian Elmer, Tel. +49-331-288 1506

 

CEDIM ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung im Bereich des Katastrophenmanagements und wird vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und dem Karlsruher Institut für Technologie KIT gemeinsam betrieben. Es trägt bei zur Earth System Knowledge Platform (ESKP) der Helmholtz-Gemeinschaft, mit der ab der zweiten Jahreshälfte 2013 aktuelle Informationen sowie Hintergrundwissen unter anderem zu extremen Wetter- und Klimaereignissen online im Internet bereitgestellt werden sollen.  

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