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Bericht | Richtfest für neues Labor zur Erforschung „extremen Lebens“

Dr. Karl Eugen Huthmacher (Foto: GFZ).
Die Zeremonie der Handwerker (Foto: GFZ).
Bildmitte: Architektin Katja Döpke, Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner (Foto: GFZ).
Symbolischem Dachstuhl (Foto: GFZ).
Der Rohbau des GeoBioLab zum Richtfest (Foto: GFZ).
Prof. Reinhard Hüttl (Foto: GFZ).

Der Rohbau steht! Nachdem im November der Grundstein gelegt wurde, feierte das GFZ gestern am 13. Juni Richtfest für das neue ‚GeoBioLab‘, im Beisein der Architektin Katja Döpke und GFZ-Kuratoriumsvorsitzendem a.D. und früherem Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung Karl Eugen Hutmacher.

Mit traditioneller Zeremonie vor symbolischem Dachstuhl weihten die Handwerker das moderne Flachdachgebäude ein. Im kommenden Jahr soll der Bau fertiggestellt und 2021 bezugsfertig sein. Auf 450 Quadratmetern Nutzfläche sollen 50 Mitarbeitende untergebracht werden. Auch ein moderner Serverraum mit Hochleistungsrechnern wird eingerichtet.

Hauptnutzer des Gebäudes werden die beiden GFZ-Sektionen Geomikrobiologie, unter der Leitung von Dirk Wagner, und Grenzflächen-Geochemie, Leitung Liane G. Benning sein. In den neuen Laboren sollen vor allem Mikroorganismen erforscht werden, die sich an das Leben unter - aus menschlicher Sicht - extremen Bedingungen angepasst haben.

In seiner Eröffnungsrede sagte Reinhard Hüttl, wissenschaftlicher Vorstand des GFZ: „Wie wichtig gerade die Arbeit im GeoBioLab‚ dem ‚Helmholtz-Labor für integrierte geowissenschaftlich-biologische Forschung‘ sein wird, zeigt die gegenwärtige Debatte um den Klimawandel. Auftauender Permafrost setzt Methan frei, die Mikroorganismen im Boden erfahren eine drastische Veränderung ihrer Lebensbedingungen, was wiederum auf das Klima einwirkt. Oder nehmen Sie Schneealgen: Sie schaffen sich gewissermaßen ihr eigenes Ökosystem, indem sie die Oberfläche des Eises und des Schnees verdunkeln und so die Rückstrahlung des Sonnenlichts vermindern.“

Erst vor etwa 20 Jahren hat die Wissenschaft begonnen, die enormen Ausmaße des mikrobiellen Lebens auf der Erde eingehender zu erforschen. Laut Dirk Wagner wird heute davon ausgegangen, dass die Biomasse der Mikroorganismen in den obersten drei Kilometern der Erdkruste in etwa der gesamten Biomasse auf der Erdoberfläche entspricht. Das neue Labor soll zukünftig einen Betrag dazu leisten, die Bedeutung dieses „Lebens im Extremen“ für unseren Planeten besser zu verstehen. (ak)

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