Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für Erdsystemwissenschaften NFDI4Earth

GFZ leistet zentralen Beitrag zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur

In den Geowissenschaften steigen die verfügbaren Datenmengen aufgrund der Fortschritte in Messtechnik und im Bereich des Hochleistungsrechnens. Eine Vielzahl von Sensor- und Simulationsdaten in sehr hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung führt zu steigenden Anforderungen beim Umgang mit Daten. Gleichzeitig gibt es eine große thematische Breite mit vielen spezifischen Standards, die die Zusammenarbeit der Disziplinen erschwert. Neue Methoden der Datenanalyse aus der Informatik und Mathematik, zum Beispiel die Anwendung von Verfahren des Maschinellen Lernens, erfordern große Mengen an qualitätskontrollierten Daten. Ein effizientes Forschungsdatenmanagement sowie leistungsfähigere Kollaborationsumgebungen für die gemeinsame, disziplinenübergreifende Datenanalyse als Grundlage der Forschung zu Erdsystemprozessen bilden daher eine aktuelle Herausforderung.

Mit dem Konsortium NFDI4Earth (Nationale Forschungsdateninfrastruktur for Earth) wird nun im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (siehe Hintergrundinformation unten) ein Angebot für die Erdsystemwissenschaften aufgebaut. Das hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am 2. Juli 2021 beschlossen. Damit folgt sie der Empfehlung eines internationalen wissenschaftsgeleiteten Begutachtungsprozesses, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) koordiniert wurde.

Konsortium entwickelt Lösungen für die Bedarfe der Geoforscher

NFDI4Earth vernetzt zum Thema Forschungsdaten die Akteure der Erdsystemwissenschaften in Deutschland, schafft einheitliche Regelungen für die Bereitstellung von qualitätsgesicherten und leicht integrierbaren Forschungsdaten, bindet existierende Forschungsdatenrepositorien ein und entwickelt mit der Community der Forschenden die nächste Generation von Datenaustausch- und Datenanalyseumgebungen für die Erdsystemwissenschaften.

NFDI4Earth bildet die notwendige Grundlage für innovative und interdisziplinäre Forschungsansätze, die vielfach auch die drängenden globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Landnutzungsänderung, Umweltverschmutzung und Naturgefahren adressieren.

NFDI am GFZ

Das GFZ verantwortet als Co-Sprecher des Konsortiums die Aufgabenbereiche „Internationale Vernetzung“ und „Kulturwandel im Forschungsdatenmanagement der Erdsystemwissenschaften“ und trägt mit seinem breiten internationalen Netzwerk dazu bei die nationale Initiative NFDI4Earth international einzubetten. Darüber hinaus wird aus dem GFZ heraus der Aufbau der „NFDI4Earth Academy“ nach Vorbild der Geo.X Young Academy betreut. Die vielfältigen Dateninfrastrukturen des GFZ, die bereits jetzt der geowissenschaftlichen Community zur Verfügung stehen, werden mit NFDI4Earth verbunden.

Ergänzt wird dieses Engagement des GFZ durch die Teilnahme am ebenfalls geförderten Konsortium NFDI4Microbioata. Hier bringt das GFZ seine Expertise im Feld Geobiologie ein.

Hintergrund: Nationale Forschungsdateninfrastruktur

Die NFDI4Earth ist Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), deren Aufbau Bund und Länder 2018 beschlossen haben. Damit wollen sie Forschungsdaten für die deutsche und internationale Wissenschaft besser und nachhaltig nutzbar machen. Die NFDI soll hierfür Standards im Datenmanagement setzen und dafür sorgen, dass Forschungsdaten gesichert und für vielfältige Zwecke weiter- und wiederverwertbar sind. Die fächerspezifischen Bedarfe für ein effektives Forschungsdatenmanagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen in NFDI-Konsortien – in enger Kooperation mit Rechenzentren, Bibliotheken und Archiven – adressiert und es sollen gemeinsame Lösungen entwickelt werden. In drei Förderrunden werden dazu insgesamt 30 NFDI-Konsortien ausgewählt, die für die kommenden zehn Jahre mit insgesamt rund 85 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden. In der zweiten Auswahlrunde wurde jetzt die Förderung von zehn NFDI-Konsortien beschlossen.

 

Kontakt:

Prof. Frederik Tilmann 
Sektionsleiter Seismologie
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1240
E-Mail: frederik.tilmann@gfz-potsdam.de

Dr. Hildegard Gödde
 
Leiterin Synergien & Netzwerke
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
E-Mail: hildegard.goedde@gfz-potsdam.de

 

 

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