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Antarktis-Gletscher nach GFZ-Satellitenmission benannt

Google Earth-Sicht auf den neu benannten “GRACE Ice Stream” in der Westantarktis (Quelle: GoogleEarth; Data: SIO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO, Image: NASA, U.S. Geological Survey; Edited: GFZ).
Google Earth-Sicht auf den neu benannten “GRACE Ice Stream” in der Westantarktis (Quelle: GoogleEarth; Data: SIO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO, Image: NASA, U.S. Geological Survey; Edited: GFZ).

Ein Gletscher in der Westantarktis ist nach der deutsch-amerikanischen Satellitenmission GRACE benannt worden. Die wissenschaftliche Mission hat in den Jahren 2002 bis 2017 das Schwerefeld der Erde vermessen, aus dem sich unter anderem Rückschlüsse auf das Wachsen und Schmelzen von Gletschern ziehen lassen. Der britische Antarktisdienst ‚Antarctic Survey‘ hat nun eine Karte veröffentlicht, in der sieben Gletscher nach Satellitenmissionen benannt wurden, deren Daten entscheidend zur Erforschung von Eismassenveränderungen beitrugen. Neben GRACE zum Beispiel auch Landsat, Envisat und Cryosat. Die wissenschaftliche Auswertung der GRACE-Mission wurde vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der US-Weltraumbehörde NASA geleitet.

Frank Flechtner, wissenschaftlicher Leiter der GRACE-Mission am GFZ: „Ich freue mich sehr, dass die GRACE-Mission Namenspate für einen Gletscher geworden ist und damit die richtungsweisenden Erfolge der Mission auf sehr besondere Art gewürdigt werden”.

Reinhard Hüttl, wissenschaftlicher Vorstand des GFZ: „Das ist eine tolle Auszeichnung der Arbeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich nun sogar in Kartenwerken manifestiert.

Die neu benannten Gletscher befinden sich in Western Palmer Land, neben dem George VI Schelfeis. Die Namensgebung geht auf eine Arbeit der britischen Wissenschaftlerin Anna E. Hogg aus dem Jahr 2017 zurück. Die Polarforscherin hatte darin die Beschleunigung von Eisbewegungen im britischen Teil der Antarktis anhand von zahlreichen Satellitendaten nachgewiesen. Die von ihr untersuchten Gletscher trugen bisher lediglich Nummern, keine Namen.

Das UK Antarctic Place-Names Committee des British Antarctic Survey beschloss die Namensgebung im November 2018, die nun auch vom Britischen Außenministerium bestätigt wurde und an diesem Freitag von der Polar Space Task Group der European Space Agency ESA offiziell verkündet wird. Nachdem die Namen bereits in das British Antarctic Territory Gazetteer aufgenommen wurden, steht die Aufnahme ist das Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) Composite Gazetteer of Antarctica kurz bevor. Die Namen werden damit zukünftig in allen offiziellen Karten, Grafiken und Publikationen Verwendung finden.

GRACE steht für 'Gravity Recovery and Climate Experiment'. Aus den Daten entstand nicht nur eine verbesserte Darstellung des Schwerefelds der Erde als „Potsdamer Kartoffel“, auch zahlreiche neue Erkenntnisse über zeitliche Veränderungen im System Erde resultierten daraus, unter anderem zum Eismassenverlust der großen Eisschilde über Grönland und der Antarktis. Nachdem die GRACE-Mission im Jahre 2017 nach 15 Jahren ihren Dienst beendet hatte, startete im Mai 2018 die Nachfolgemission GRACE-FO (für 'Gravity Recovery and Climate Experiment Follow-On'), die seitdem die Messungen erfolgreich fortführt.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Frank Flechtner
Sektionsleiter Globales Geomonitoring und Schwerefeld
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Münchener Str. 20
82234 Weßling
Tel.: +49 331 288-1130
Email: frank.flechtner@gfz-potsdam.de

Medienkontakt:
Josef Zens
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum
Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1040
Email: Josef.Zens@gfz-potsdam.de

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