Marine Georessourcen und Speicherpotentiale

Das vom GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierte Programm OCEANS untersucht physikalische, chemische, biologische und geologische Prozesse des gesamten Systems Ozean. GFZ-Wissenschaftler liefern Beiträge zu Topic 4: “Ozeanbodendynamik, Gefährdung und Resourcen“, insbesondere zum Arbeitspaket „Marine geologische Ressourcen und Speicherpotentiale“. Dieses Arbeitspaket wird von Klaus Wallmann (GEOMAR), Judith Schicks (GFZ) und Mark Hannington (GEOMAR) koordiniert.

Am GFZ werden regionale 3D-Strukturmodelle entwickelt und die Bildung und mögliche Leckage von Kohlenwasserstoff-Ressourcen in Sedimentbecken mit numerischen Simulationen untersucht. Komplementär dazu wird am GEOMAR das Entweichen von Gasen und Fluiden, insbesondere von Methan, aus geologischen Formationen in die Wassersäule und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt und die Bildung von Gashydraten analysiert. Auch werden am GFZ in enger Zusammenarbeit mit dem GEOMAR Methoden zur sicheren und effizienten Gewinnung von Methan aus Gashydratreservoiren in Hochdrucklaboren entwickelt und getestet. Zur Einschätzung der Stabilität hydratführender Sedimente im Bereich der Kontinentalhänge bzw. deren möglicher Veränderung infolge eines Hydratabbaus werden außerdem die mechanischen Festigkeitseigenschaften hydratführender Sedimente experimentell bestimmt.

Die komplementäre Expertise von GEOMAR und GFZ wird genutzt, um das Verhalten von CO2 in Untergrund und Ozean zu verstehen. Marine Studien des GEOMAR untersuchen das mögliche Entweichen und die Ausbreitung von CO2 aus dem marinen Untergrund in die Wassersäule und die Reaktion benthischer Organismen darauf. Am GFZ hingegen wurden an Land neue Werkzeuge entwickelt, um die Injektion, Speicherung und Ausbreitung von CO2 zu überwachen und zu simulieren, die auf den marinen Bereich übertragen werden können.

Die Arbeiten im marinen Bereich ergänzen in optimaler Weise Arbeiten, die an Land im vom GFZ koordinierten Programm GEOSYSTEM durchgeführt werden, mit Verbindungen und Synergien zwischen beiden Programmen. Mit dieser Forschung tragen wir der Herausforderung “Nachhaltige Nutzung von Ressourcen“ Rechnung und erarbeiten Grundlagenwissen zur ökologisch sinnvollen und nachhaltigen Förderung und Nutzung mariner Georessourcen.

  • Wie werden Erdöl, Erdgas, Gashydrate und massive Sulfidablagerungen in Raum und Zeit gebildet und was steuert ihre Verteilung am Meeresboden und im marinen Untergrund?
  • Wie entwickelt sich das Ressourcenpotential von sich langsam spreizenden mittelozeanischen Rückensegmenten mit der Zeit?
  • Welche Auswirkungen auf die Umwelt sind durch die Nutzung der marinen Georessourcen und die Speicherung von CO2 im marinen Untergrund zu erwarten?
  • Wie können diese Umweltauswirkungen  durch ökologisch nachhaltige Nutzungs- und Monitoring-Technologien minimiert werden?

Sprecherin

Judith Schicks
Arbeitsgruppenleiterin
Priv. Doz. Dr. Judith Schicks
Anorganische und Isotopengeochemie
Telegrafenberg
Gebäude B , Raum 127
14473 Potsdam
+49 331 288-1487
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