Naturgefahren: Risiken erkennen und den menschlichen Lebensraum schützen

Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbrüche, Hochwasser, und andere Naturgefahren entwickeln sich in aller Regel kurzfristig, lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen und können sich für den Menschen zu Katastrophen entwickeln. Unser Ziel ist es, extreme Naturereignisse und ihre Auswirkungen besser zu verstehen und zu quantifizieren, um damit die Risikoanalyse und Katastrophenvorsorge zu unter- stützen. Wir entwickeln und testen Modelle und ihre Unsicherheiten und arbeiten an der Verbesserung von Frühwarnsystemen.

Risiken entstehen aus der Überlagerung von Gefährdung und Vulnerabilität. Generell kann die Gefährdung durch die Intensität und Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen beschrieben werden. Vulnerabilität wird beschrieben durch die Exposition und die Anfälligkeit des sozio-ökonomischen Systems (soziale Bedingungen, Wirtschaft, Gebäude und Infrastruktur, etc.), welches durch Extremereignisse beeinträchtigt wird. Wir wollen Prozessinteraktionen verstehen, die zu Extremen führen und Methoden zur quantitativen Abschätzung von Gefährdungen und Risiken in einer sich ändernden Welt entwickeln. Wir entwickeln Technologien für eine bessere Frühwarnung und die schnelle Bereitstellung von Informationen direkt vor, während und nach Katastrophen.

Wir konzentrieren uns auf Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunami, Hochwasser und verwandte Naturgefahren wie Hangrutschungen und induzierte Seismizität. Ein wichtiger Teil unserer Forschung ist auf Interaktionen verschiedener Naturgefahren bezogen, wie beispielsweise durch Erdbeben ausgelöste Hangrutschungen. Unsere Forschung wird vor allem in Deutschland und in den Programm-Observatorien in Chile, in der Türkei, im östlichen Mittelmeerraum, in Zentral Asien und im Indischen Ozean durchgeführt. In den meisten dieser Regionen werden mehrere Naturgefahren gleichzeitig untersucht, was zu organisations- und disziplinübergreifenden Kooperationen führt.

  • Welche kritischen Prozessinteraktionen führen zu Extremereignissen?
  • Wie können Gefährdungs- und Risikoänderungen quantifiziert und in Risikoanalysen integriert werden?
  • Wie können wir neuste technologische Entwicklungen nutzen um Frühwarnung zu verbessern und um Informationen direkt vor, während und nach Katastrophen schnell bereitzustellen?
  • Was sind die Grenzen der Vorhersagbarkeit und wie können Modelle gründlich und umfassend getestet werden?

Sprecher

Torsten Dahm
Sektionsleiter
Prof. Dr. Torsten Dahm
Erdbeben- und Vulkanphysik
Helmholtzstraße 6/7
Gebäude H 7, Raum 201
14467 Potsdam
+49 331 288-1200
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Stellvertreterin

Heidi Kreibich
Arbeitsgruppenleiterin
Priv. Doz. Dr. Heidi Kreibich
Hydrologie
Telegrafenberg
Gebäude C 4, Raum 2.33
14473 Potsdam
+49 331 288-1550
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