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Das Langzeitgedächtnis unseres Klimasystems im Fokus

Ozeanografische Messungen in der Labradorsee. Sie gehört zu den Schlüsselstellen der globalen Ozeanzirkluation. Meeresforscherinnen und Meeresforscher aus Kiel betreiben deshalb auch dort Langzeitobservatorien (Foto: Rafael Abel/GEOMAR).

Heute veröffentlicht der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) den Sonderbericht über Ozean und Kryosphäre im Klimawandel. In dem Bericht bewerten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 30 Ländern die neuesten Forschungsergebnisse über die naturwissenschaftlichen Grundlagen und die Auswirkungen des Klimawandels auf Ozean, Küste, Polargebiete und die damit verbundenen Folgen für den Menschen. Dazu zählen auch Anpassungsstrategien und Optionen zur Erreichung klimaresistenter Entwicklungspfade.

In den Bericht flossen auch wichtige Ergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus mehreren Helmholtz-Zentren, darunter das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ), ein. Hervorzuheben sind hier Untersuchungen zur Entwicklung des zukünftigen Meeresspiegelanstiegs. Dabei handelt es sich einerseits um Simulationen mit realitätsnahen Ozean-, Klima- und Erdsystemmodellen und andererseits um präzise Messungen der Veränderungen aus den Ozeanen und den Polargebieten. Wichtige Fragen im Zusammenhang mit diesem Thema sind die nach der natürlichen Variabilität und der Regionalität des Anstiegs. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die regionalen Abweichungen vom global gemittelten Meeresspiegelanstieg in der Größenordnung des mittleren Anstiegs liegen können.

Darüber hinaus haben die Forscherinnen und Forscher herausragende Beiträge zur Entwicklung von Meeresströmungen und der Dynamik von Eisschilden geliefert. Langzeitmessungen in tiefen Schichten der Labradorsee und anderen subpolaren Regionen liefern wichtige Erkenntnisse zu den natürlichen Schwankungen und der Stabilität der Golfstromzirkulation. Die Entwicklung komplexer Modelle zur Eisschilddynamik, insbesondere deren Wechselwirkung mit den Ozeanen und den Kontinenten, ist für die Quantifizierung des zukünftigen Meeresspiegelanstiegs unerlässlich. Ein hoher Eisverlust auf Grönland und in der Antarktis würde auch zu Landhebungen und Änderungen der Anziehungskraft führen, die man bei der Berechnung des zukünftigen Meeresspiegels berücksichtigen muss. Sehr langfristig wären auch Rückwirkungen auf plattentektonische Prozesse denkbar.

Auch im Bereich der Marinen Ökologie und Biogeochemie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtige Beiträge zum IPCC-Sonderbericht geliefert. Schwerpunkte sind hier die CO2-Aufnahme der Meere und deren Folgen wie die Versauerung der Ozeane und die aus Erwärmung, Zirkulationsänderungen und Überdüngung resultierende globale Sauerstoffabnahme. Diese Prozesse verbunden mit der Meereserwärmung beeinflussen die marinen Ökosysteme mit direkten Konsequenzen für deren Produktivität und dem daraus resultierenden Fischereiertrag. Sie haben ferner Rückwirkungen auf die Menge an Kohlendioxid, die die Ozeane in Zukunft aufnehmen können, sowie auf die Produktion und Freisetzung anderer Treibhausgase wie zum Beispiel Lachgas und Methan. Sollte sich die Effizienz der marinen CO2-Senke verringern und die Freisetzung andere Treibhausgase verstärken, müssten die weltweiten Kohlendioxidemissionen umso schneller sinken, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Mehr Informationen:

Medienkontakt:
Dr. Andreas Villwock
Kommunikation und Medien
GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Wischhofstr. 1-3
24148 Kiel
Tel.: +49 431 600-2802
E-Mail: avillwock@geomar.de

Josef Zens
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-1040
E-Mail: josef.zens@gfz-potsdam.de
Twitter: @GFZ_Potsdam

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