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Vorbereitungen zum Bau eines neuen Laborgebäudes für das GFZ

Am Montag, dem 23. Oktober 2017, beginnen die Vorbereitungen zum Bau des neuen Laborgebäudes für das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ. Dieses „Helmholtz-Labor für Integrierte geowissenschaftlich-biologische Forschung (GeoBioLab)“ an der äußersten nordwestlichen Ecke des Wissenschaftsparks „Albert Einstein“ ist vom Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner entworfen worden. Mit ihm soll vor allem der Raumnot der laborgebundenen Sektionen des GFZ begegnet werden. Darüber hinaus soll ein Serverraum integriert werden, um die derzeitige Server-Situation zu verbessern und den sicher erwarteten Ausbau der Kapazitäten für die nächsten zehn Jahre aufnehmen zu können. Die Kombination von Serverraum und Laboren lässt erhebliche Synergien erwarten, da technische Gebäudeinfrastruktur gebündelt und die enorme Abwärme der Rechner in ein Nahwärmenetz mit dem benachbarten Gebäudekomplex gespeist werden wird.

Da für den Laborneubau das Campus-Areal geringfügig nach Osten zum Wald hin vergrößert wird, wird zunächst ein neuer Waldweg als Ersatz für einen bestehenden errichtet werden. Zudem wird das Baufeld freigemacht. Im Zuge des vorausgegangenen Verfahrens zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist sichergestellt worden, dass die Eingriffe in die Natur minimiert und ökologische Ausgleichsmaßnahmen getroffen wurden. Der Baubeginn für das GeoBioLab ist für Frühjahr 2018 geplant, die Fertigstellung für Ende 2020.

Die Biosphäre als bedeutender Teil unseres Planeten Erde stellt eine kritische und in ihrer Bedeutung wachsende Komponente der Forschungsaktivitäten des GFZ dar. „Mit den neuen Räumlichkeiten werden unsere Forschungsmöglichkeiten in dieser Richtung entscheidend verbessert“, sagt Prof. Dirk Wagner, Leiter der GFZ-Sektion Geomikrobiologie. Er und sein Team erforschen die vielseitigen Wechselwirkungen zwischen biologischen und geologischen Prozessen. Dabei konzentriert sich die Sektion auf drei Themenschwerpunkte: Einfluss von Mikroorganismen auf die Habitatentwicklung, Kohlenstoffdynamik in Mooren und Permafrostböden sowie die Tiefe Biosphäre. Letztere ist ein besonderes Beispiel für die Bedeutung von Mikroorganismen in geologischen Habitaten. „Geomikrobiologische Untersuchungen der letzten Jahre haben eine diverse und aktive mikrobielle Gemeinschaft in tiefen Sedimenten und Gesteinen gezeigt“, sagt Wagner. Hauptziel der geplanten Arbeiten im GeoBioLab ist es, ein grundlegendes Verständnis (mikro)biologischer, (bio)geochemischer und geologischer Prozesse und deren Interaktion in tiefen Ablagerungen und Gesteinen zu erlangen. Interessant sind hierbei insbesondere mikrobiologische Umwandlungsprozesse und Abbauraten organischer und mineralischer Komponenten. „Wir erhoffen uns davon neue Erkenntnisse zu den Grundlagen des Lebens auf der Erde sowie zum globalen Kohlenstoffhaushalt“, sagt Wagner. „Darüber hinaus gilt es, bei der Nutzung des tiefen Untergrundes – etwa für die stoffliche und energetische Speicherung – auch biologische Prozesse zu berücksichtigen.“