IPOC (Integriertes Plattenrandobservatorium Chile)

IPOC ist ein europäisch-amerikanisches Netz von Einrichtungen und Wissenschaftler/innen (GFZ, IPGPGEOMAR, CALTECH, mehrere chilenische und deutsche Universitäten), die ein dezentrales Instrumentensystem an Chiles konvergentem Plattenrand entwickelt haben und betreiben, um Erdbeben, Deformationen, Magmatismus und Oberflächenprozesse zu observieren. Über ein Viertel der seismischen Energie weltweit wird am Plattenrand im Norden Chiles freigesetzt, an der sich die südamerikanische über die Nazca-Platte schiebt. Hier wurden einige der bisher stärksten Erdbeben verzeichnet, wie beispielsweise die verheerenden Erdstöße der Stärke 8,8 vom 27. Februar 2010 im südlichen Teil von Zentralchile. Dieser Plattenrand bietet die einmalige Möglichkeit, die Wechselwirkung dieser Vorgänge aufgrund seiner Variabilität im Hinblick auf klimatische Bedingungen sowie die Unterschiede seiner Sehmente im seismischen Zyklus, seiner hohen Prozessraten und ausgezeichneten Archive zu analysieren. Wir beobachten und quantifizieren die Akkumulation von Deformation sowie damit in Verbindung stehende Prozesse mit bisher unerreichter Genauigkeit in Fast-Echtzeit, wobei verschiedene instrumentelle Methoden (Seismometer, Akzelerometer, Kriechmesser, GPS-Stationen, InSAR und optische 3D-Oberflächenbildgebung, Neigungsmesser und magnetotellurische Instrumente) mit langfristigen geologischen Aufzeichnungen verknüpft werden. Nach der Integration des GEOMAR (Kiel) in unser Programm ist gegenwärtig die zusätzliche Installation von Komponenten für die Vulkanobservation sowie von Meeresinstrumenten geplant, um das Offshore-Forearc-System sowie die Wechselwirkung von Deformation und Magmatismus zu beobachten.

Erdbebenhistorie Chile