SPWD

(seit 2008): Seismic Prediction While Drilling; Entwicklung eines Messsystems zur vorausschauenden Erkundung beim Bohren insbesondere für die Erschließung von geothermischen Reservoiren.

Die Geothermie hat zukünftig in Deutschland eine besondere Bedeutung bei der umweltschonenden und regenerativen Energieversorgung mit Strom und Wärme und das Potenzial, einen großen Teil der Grundlast des deutschen Stromverbrauchs zu decken. Dabei kommt den Bohrungen und den Erkundungsverfahren zur sicheren Erschließung geothermischer Reservoire eine besondere Rolle zu, da das Fündigkeitsrisiko und die Effektivität des Bohrvortriebs und damit die Bohrkosten besonders limitierende Faktoren sind. Nur mit kostengünstigen und erfolgreichen erschlossenen geothermischen Reservoiren lässt sich das Potenzial der tiefen Geothermie in Deutschland nutzen.

Mittels (S)PWD werden in einem, an die konventionelle Bohrtechnik angepassten, neu entwickelten Bohrlochtool aus dem Erkundungskopf Bilder des Untergrunds erzeugt. Von der Reichweite und Auflösung soll das (S)PWD in der Lage sein, hydraulisch aktive Störungszonen in geothermischen Reservoiren abzubilden.

Ein vergleichbares Verfahren wird bereits für den Einsatz in Tunnelbohrgeräten entwickelt (siehe Tunnelseismische Vorauserkundung). Der Einsatz in einem Bohrkopf von geringem Durchmesser stellt besondere Anforderungen an die Konstruktion des Erregers und Empfängers im Bohrkopf. Um seine erwartete Leistung erbringen zu können, muss das (S)PWD auf seinen Einsatz am Ende eines bis fünf Kilometer langen Bohrstranges angepasst werden. Besondere Herausforderungen sind dabei unter anderem die Temperaturanpassung und die Energieversorgung.

Folgende Partner sind am Projekt beteiligt:

  • Herrenknecht Vertical GmbH
  • GeoThermal Engineering GmbH
  • TU Bergakademie Freiberg

Ansprechpartner

Zuwendungsgeber

BMU - Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Status

laufend