ICGEM

Das "International Centre for Global Earth Models" (ICGEM) wurde 2003 als ein IAG Service unter dem Dach des "International Gravity Field Service" (IGFS) gegründet. Die Hauptaufgabe des ICGEM besteht darin, alle globalen Schwerefeldmodelle der Erde, sowohl die historischen als auch die neuesten, allgemein zugänglich zu machen. Die Modelle liegen in Form von Kugelfunktionskoeffizienten vor und werden in einem standardisierten Format bereit gestellt.
Sie können nicht nur von der ICGEM-Seite heruntergeladen werden, sondern auch in einem interaktiven Visualisierungs Tool sowie in einem speziellen Service zur Berechnung verschiedener Funktionale des Schwerefeldes genutzt werden. Mit dem Visualisierungs-Service kann man sich die Quasigeoidhöhen oder die Schwereanomalien der Modelle (oder der Differenz zweier Modelle), projiziert auf eine frei rotierbare Kugel, ansehen. Eine zeitliche Animation der GRACE-Monatslösungen wird ebenfalls angeboten. Der Calculation Service ermöglicht die Berechnung verschiedener Funktionale des Schwerefeldes, wie Schwereanomalien, Geoidundulationen oder Äquivalente Wasserhöhen, auf einem vom Nutzer gewählten Gitter.
Inbesondere wegen der GRACE-Monatslösungen, der Modelle der GOCE-Mission und der kombinierten Modelle mit hoher räumlicher Auflösung, ist die Bedeutung der Schwerefeldfunktionale für nahezu alle Geowissenschaften gestiegen. Außer dem Nutzen für die studentische Ausbildung hilft das ICGEM Forschern aus den verschiedenen Geowissenschaften, Schwierigkeiten bei der Nutzung dieser Modelle zu überwinden und sich mit der mathematischen Darstellung des Schwerefeldes in Form einer Kugelfunktionsentwicklung vertraut zu machen. Das ICGEM ermöglicht und stimuliert auf diese Weise die Forschung, welche auf diesen Produkten basiert.

Beispiel des Visualisierungs-Service: Geoidhöhen des Modells EIGEN-6C2 als illuminierte Projektion auf eine Kugel
Beispiel des Visualisierungs-Service: Schwereanomalien des Modells EIGEN-6C2 als illuminierte Projektion auf eine Kugel
Beispiel aus der Animation der monatlichen Modelle: Geoid-Differenzen des Modells für November 2010 zum mittleren Modell EIGEN-6S. Man sieht die Wirkung des Massenverlustes (blau) durch die Eisabschmelzung der zurückliegenden Jahre in Grönland und Alaska sowie die Momentaufnahme der jahreszeitlichen hydrologischen Massenvariationen im Amazonasgebiet und die Wirkung der Massenzunahme (rot) durch die Nacheiszeitliche Landhebung in Nordamerika.

Kontakt

Herr Dr. Franz Barthelmes
Globales Geomonitoring und Schwerefeld

Telegrafenberg
Haus A 17, Raum 00.16
14473 Potsdam
Tel. +49 331 288-1143