Geo Forschungssatellit GFZ-1

Geo Forschungssatellit GFZ-1

GFZ-1, der erste Satellit des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ), wurde als ein kleiner, passiver Satellit konzipiert, ausgerüstet mit 60 Retro-Reflektoren zu Beleuchtung vom Boden durch das globale Netzwerk des Satelliten Laser Ranging (SLR) Systems. Der kugelförmige Satellit hatte eine Masse von 20,630 kg und einen Durchmesser von 21,5 cm. Am 9. April 1995 wurde GFZ-1 mit einer PROGRESS M-27 vom Kosmodrom Baikonur zur MIR-Raumstation gebracht. Von Bord der MIR gelangte er in eine niedrige Erdumlaufbahn am 19. April 1995, 19.12 Uhr UT. Aus der ursprünglichen Höhe von fast 400 km sank er natürlich in der prognostizierten Lebensdauer von 3,5 bis 5 Jahren.

Im Bereich der Satellitengeodäsie werden sphärische Satelliten mit Laserreflektoren genutzt um auf verschiedenen Höhen mit hoher Genauigkeit die Variationen in der Rotationscharakteristik der Erde zu untersuchen, eine genaue Positions zu bestimmen und für die Vermessung des Erdgravitationsfeldes. Um eine hohe Auflösung des Gravitationsfeldes zu errreichen, wird der Satellit auf eine möglichst niedrige Umlaufbahn gebracht. Mit seiner Höhe war GFZ-1 der niedrigste geodynamische Satellit, der jemals mit Lasern vermessen wurde. Das Missionziel einer deutlichen Verbesserung der Modellierung höherer Ordnungen des Gravitationsfeldes wurde erfüllt.

Am 23. Juni 1999, 01:00 UT hatte GFZ-1 seine Mission erfüllt. Der Satellit verglühte in der oberen Atmosphäre. Seit seinem spektakulären Start umkreiste GFZ-1 fast 24000-mal die Erde. Während der vier Jahre und 64 Tage im Weltraum, wurden 5.402 Überflüge durch die 33 Stationen des globalen SLR-Netzes beobachtet. Das GFZ in Potsdam beteiligte sich am SLR-System. Der erste Überflug von GFZ-1 wurde in den USA von der Greenbelt Station in der Umlaufbahn-Nr. 4 auf einer Höhe von 398 km beobachtet, die letzte Überflug wurde in Yarragadee Australien auf einer Höhe von 230 km im Orbit-Nr. 23.718 registriert.

GFZ-1 zeigte sowohl die Möglichkeiten als auch die Schwierigkeiten der Verfolgung so niedrige Ziele mit state-of-the-art SLR-Systemen. In Anbetracht der Ergebnisse, zeigt sich ein derzeit einzigartiger Beitrag von GFZ-1 Daten im Bereich der Gravitationsfeldbestimmung durch Beobachtungen LEO, zusammen mit wertvoller Erfahrung zur Missionsdurchführung, die Mission wurde international als sehr erfolgreich angesehen.

Weitere Informationen befinden sich auf der englischen Seite.

 

Kontakt

Dr. Rolf König
Globales Geomonitoring und Schwerefeld

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