Der äquatoriale thermosphärische Wind

Das sich im Schwerpunkt des Satelliten CHAMP befindliche Beschleunigungsmessgerät ermöglicht es uns, den thermosphärischen Wind in Orbithöhe (ca. 400km) zu berechnen. Aufgrund der globalen Datenabdeckung des Satelliten sind wir in der Lage, den zonalen Wind unter verschiedenen Gesichtspunkten zu untersuchen. Eine aus CHAMP-Daten abgeleitete Klimatologie des äquatorialen zonalen Windes wurde von Liu et al. (2006) erstellt. Eine Studie der Längenabhängigkeit des zonalen Delta-Windes (Abweichungen vom zonalen Mittel) ergab, dass die hauptsächlichen Längenänderungen auf die Morgenstunden (03-09 Lokalzeit) beschränkt sind, mit einem Vorzeichenwechsel zwischen Sommer und Winter (Häusler et al., 2007). Während der Äquinoktien verschwinden diese großskaligen Merkmale, jedoch dominiert die Wellenzahl 4 laut einer Fourier-Analyse in einigen Lokalzeitsektoren. Es wird angenommen, daß die Welle-4 Struktur (untere Abbildung) durch die sich nach Osten ausbreitende, tägliche, nicht wandernde Gezeitenwelle mit der Wellenzahl 3 (DE3) erzeugt wird, welche wiederum hauptsächlich durch Freisetzen latenter Wärme in der tropischen Troposphäre angeregt wird. Wir versuchen herauszufinden, wie effizient die Kopplung zwischen der Mesosphäre und der oberen Thermosphäre ist. Ob die Welle-4 Struktur der äquatorialen Ionisations-Anomalie für die Längenmodulation des thermosphärischen Windes verantwortlich ist, wurde von Lühr et al. (2007) untersucht.

Signal der gefilterten Welle mit der Wellenzahl 4 aus den Zonalwindmessungen (positive nach Osten) für August 2004 (Lühr et al., 2007).
Abbildung: Signal der gefilterten Welle mit der Wellenzahl 4 aus den Zonalwindmessungen (positive nach Osten) für August 2004 (Lühr et al., 2007).

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