Portrait von Juilius Bartels (1899-1965)
Juilius Bartels (1899-1965)

Julius Bartels wurde am 17. August 1899 in Magdeburg geboren. Er studierte Mathematik, Physik und Geografie in Berlin und Göttingen. Im Anschluß an seine Promotion 1923, arbeitete er mit Adolf Schmidt am Geomagnetischen Observatorium in Potsdam. In seinen frühen Arbeiten befasste er sich mit statistischen Methoden, speziell der athmosphärischen, geomagnetischen und der ionosphärischen Gezeiten.

1928 wurde Bartels Professor in Eberswalde; 1936 wurde er Direktor des Geophysikalischen Instituts in Potsdam und ordentlicher Professor an der Berliner Universität. Zwischen 1931 und 1940 arbeitete er auch für längere Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erdmagnetismus an der Carnegie Institution (Washington DC, USA). 1946 wurde er Professor in Göttingen und außerdem von 1955 bis 1964 Direktor des Instituts für Physik der Stratosphäre des Max-Planck-Instituts für Aeronomie in Katlenburg-Lindau (heute: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung).

1940 veröffentlichte Bartels und sein Freund S. Chapman die Monographie Geomagnetismus, die heute zu den Standardwerken der Geophysik zählt. In einer Vielzahl von Publikationen entwickelte, gebrauchte und perfektionierte er statistische Methoden. Mit diesen war es ihm einerseits möglich, viele breit akzeptierte geophysikalische Modelle zu widerlegen, andererseits viele brauchbare und leicht handhabbare geophysikalischen Indizes zu entwickeln. Darunter auch der weithin akzeptierte und gut bekannte planetarische geomagnetische Kp-Index.

Indem er die regelmäßigen Schwankungen des Magnetfeldes der Erde herausfilterte, zeigte er die Auswirkungen der solaren Wellen- und Teilchenstrahlung. Er erkannte, dass die Interpretation dieser Idee in konkreten Zahlen, ein leistungsfähiges Werkzeug für Wissenschaftler in der Erforschung der solar-terrestrischen Beziehungen schaffen würde. Bartels wußte auch, dass man seine Kp-Tabellen nur akzeptieren würde, wenn sie in einer übersichtlichen und klaren Art und Weise präsentiert werden. Der durchschlagende Erfolg der dreistündigen geomagnetischen Indizes Kp, beruht auch aufgrund ihrer brillanten Darstellung in den sogenannten Musikdiagrammen.

Nur mit geomagnetischen Daten und statistischen Methoden postulierte er die Existenz von M-Regionen auf der Sonne, die für die geomagnetischen Aktivitäten verantwortlich sind. Erst die Skylab-Mission (US Raumstation) 1973, lieferte Beobachtungsdaten von koronalen Löchern. Die M-Regionen wurden als koronale Löcher identifiziert, die die Ursprünge der schnellen Sonnenwinde sind und geomagnetishe Aktivität verstärken.

Julius Bartels war einer der Initiatoren des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGY, 1957). Er starb am 6. März 1964 und trug viel zur Reputation der Geophysik weltweit bei.

Die Sektion "Solar-Terrestrial Sciences" der Europäischen Geophysikalischen Gesellschaft (EGS) stiftete die Julius Bartels-Medaille in Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung von Julius Bartels. Sie wird für herausragende Forschung in den solar-terrestrischen Wissenschaften vergeben.


Biographische Informationen aus:  W. Dieminger, Julius Bartels (Nachruf), in Mitteilungen aus der Max-Planck-Gesellschaft 1-2, München 1964, and W. Kertz, Einführung in die Geophysik II, Mannheim 1971. 

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