Differenz der Erdmagnetischen Variationen in Wingst und Niemegk der letzten 24 Stunden

Dargestellt ist die Differenz zwischen den Variationen der Horizontalintensität (H), der Deklination (D) und der Vertikalintensität (Z) an den Observatorien Niemegk und Wingst. Die absoluten Differenzen ergeben sich durch Addition der Differenzen eines gleitenden Mittelwertes.

Die mittlere absolute Differenz ist näherungsweise die Differenz der aus dem Erdinnern kommenden Feldanteile: dem sich nur langsam ändernden Hauptfeld aus dem äusseren Erdkern und möglichen lokalen, zeitlich konstanten Feldanteilen aufgrund von magnetisierten Gesteinen der Erdkruste (Krustenfeld).

Die Differenzen der Variationen spiegeln die Inhomogenität der Feldanteile mit Quellen in Ionosphäre und Magnetosphäre wieder. Zu magnetisch ruhigen Zeiten variieren die Differenzen nur geringfügig, die Feldanteile sind über die Entfernung Niemegk - Wingst annähernd homogen. Unter aktiveren Bedingungen können die Differenzen mit beträchtlichen Werten variieren, besonders magnetische Stürme weisen deutliche Inhomogenitäten auf.

Die Unterschiede in den verschiedenen Komponenten enthalten unterschiedliche Informationen. Die Horizontalintensität wird am stärksten von den externen Feldanteilen direkt beeinflusst. Die Variationen der Vertikalintensität sind stark von der elektrischen Leitfähigkeit des Untergrunds beeinflusst und geben Information über die von den Feldvariationen in der Erde induzierten Feldanteile.

Besonders grosse, kurzfristige Differenzen in Z zwischen Niemegk und Wingst sind oft darin begründet, dass Variationen in gewissen Periodenbereichen in dieser Komponente an den beiden Observatorien entgegengesetztes Vorzeichen aufweisen. Dieses unterschiedliche Verhalten der horizontalen und vertikalen Komponenten kann zur Erforschung der Leitfähigkeitsverteilung in der Erde genutzt werden, zum Beispiel in der Magnetotellurik.

Bei den hier zur Differenzbildung verwendeten Werten handelt es sich um unkorrigierte Messwerte. Es können vereinzelt gestörte (also fehlerhafte) Werte auftreten, die erst später, in den endgültigen Datensätzen, korrigiert sein werden. Manche solcher Fehlwerte sind in der Lage, eine brauchbare Skalierung in der Darstellung zu verhindern.

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Dr. Jürgen Matzka
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