Beispiele unserer Forschungsfelder umfassen:

Erdbeben und Vulkan Physik:

  • Abschätzung der Herdparameter von starken Erdbeben weltweit.
  • Numerische und theoretische Modellierung von Magma und Fluidmigration in der Kruste, und detaillierte Untersuchungen zur Verformung von und Eruptionsabläufen an Vulkanen.
  • Studien zur induzierten Seismizität durch Bergbau und anderer geotechnischer Operationen

Abschätzungen der seismischen Gefährdung and Schadensanfälligkeit:

  • Entwicklung neuer Analysemethoden zur Beurteilung der maximal zu erwartenden Bodenbewegung in urbanen Zentren. Diese werden derzeit in den Großstädten Istanbul (Türkei) und Bischkek (Kirgisistan, Zentralasien) getestet.
  • Integration innovativer Methoden der Fernerkundung in die Georisiken-Bestimmung, mit denen sich Änderungen der Vulnerabilität über große Gebiete in Quasi-Echtzeit bestimmen lassen.
  • Entwicklung neuer Ansätze, um das Schwingungsverhalten von Sedimenten und lokaler Geologie in städtischer Umgebung zu beurteilen.

Echtzeit-Seismologie, Ereignisbewertung und Evaluierungs-Infrastruktur:

  • Entwicklung von Instrumenten und dezentralen Methoden, die eine Warnung noch vor dem Eintreffen starker Erdbebenwellen ermöglichen.</pi>
  • Entwicklung und Aufbau eines internationalen Testzentrums am GFZ zur Evaluierung von Modell-Gleichungen, die Vorhersagen der Erdbebenintensität, der Bodenbewegung und die Inversion von Erdbebenquellparametern wie zeitlicher Verlauf und Verschiebung erlauben.
  • Schaffung operationeller Verfahren zur schnellen Bewertung von Extremereignissen mit ihren Konsequenzen (z.B. CEDIM).

Methoden und technische Entwicklungen werden an verschiedenen Plate Boundary Observatories (PBO) des GFZ (z.B. in der Türkei, in Chile und in Zentralasien) implementiert und getestet. Lokale Monitoring Netzwerke bilden die Grundlage zur Untersuchung der Seismizität, der Bodenbewegung und von tektonischen Plattenverschiebungen. Die Deutsche Task Force für Erdbeben wurde 1993 unter der Ägide der Sektion 2.1 gegründet und betrieben. Weltweit wurden Task Force Missionen nach Starkbeben durchgeführt. Seit 2010 ist die Task Force Teil des Helmholtz Netzwerkes und Partner des europäischen Projektes NERA, wobei verschiedene Sektionen und Instrumentenpools des GFZ eine schnelle Bereitstellung der mobilen Monitoring-Systeme gewährleisten. Unsere Sektion arbeitet an der Weiterentwicklung von automatischen Analysemethoden für die Echtzeit-Seismologie zur Anwendung in schnellen Monitoring Missionen. Darüber hinaus bieten wir der wissenschaftlichen Community Serviceleistungen an. Dazu gehören die Bereitstellung von „open source software“ (zur Prozessierung von kontinuierlichen Wellenformen, der Wellenausbreitung, etc.), die Abschätzung von Herdparametern gemeinsam mit GEOFON (Sektion 2.4) sowie die Durchführung von Trainingskursen für junge Wissenschaftler in den Bereichen Seismologie, Vulkanologie und Frühwarnung. Als Beispiel sei hier der jährlich stattfindende UNESCO Trainingskurs „Seismologie und seismische Gefährdungseinschätzung“ genannt.