Wortmarke GFZ Potsdam

Sektion 5.2: Klimadynamik und Landschaftsentwicklung

Den regionalen Schwerpunkt unserer Arbeiten bilden verschiedene Transekte quer über den eurasiatischen Kontinent. Ergänzende Projekte im südlichen Afrika und Amerika befassen sich mit speziellen Fragestellungen der Südhemisphäre. Von zentraler Bedeutung für unsere hochauflösenden Arbeiten ist die Auswahl jahresgeschichteter Geoarchive (warvierte Seesedimente und Baumringe). Zu unseren Werkzeugen gehören speziell entwickelte hochpräzise Stechkernsysteme, mit denen wir bis zu 100 m lange lückenlose Sedimentprofile aus Seen gewinnen und die Klima- und Umweltveränderungen der letzten 130.000 Jahre erfassen können. Dieser Zeitraum umfasst einen vollständigen glazialen Zyklus von der letzten Warmzeit bis heute und bildet den zeitlichen Rahmen unserer Arbeiten. Zusätzlich untersuchen wir aber auch ältere Interglaziale, um Vergleichsdaten unter absolut natürlichen Bedingungen ohne menschlichen Einfluss zu erhalten. Dazu haben wir Verfahren entwickelt, mit denen wir auch Ablagerungen ausgetrockneter Paläoseen störungsfrei zu gewinnen.

Grossbild

Eine besondere Rolle spielen Sedimente aus Maarseen in der Eifel, Italien, Frankreich und China. Diese Seen haben kleine Einzugsgebiete und enthalten sehr lange ungestörte jahresgeschichtete Sedimentprofile. Mit den Sedimenten aus dem Lago Grande di Monticchio in Süditalien konnte damit erstmalig die Länge einer Warmzeit durch Zählung von Jahreslagen bestimmt werden. Mit den Sedimenten der chinesischen Maarseen Huguang und Sihailongwan sind wir dabei die Entwicklung und die Veränderungen im Ostasiatischen Monsun-System der vergangenen 65.000 Jahre jahresgenau zu rekonstruieren. Am El'gygytgyn-See auf der Tschuchotka-Halbinsel in Nordostsibirien, einem Meteoriteneinschlagskrater, führen wir paläomagnetische Untersuchungen im Rahmen des Internationalen Kontinentalen Bohrprogramms (ICDP) durch. Eine zentrale Aufgabe ist die Synchronisierung der aus den verschiedenen Profilen abgeleiteten geologischen Zeitreihen um regionale Variabilitäten erfassen zu können. Aus diesem Grund entwickeln wir immer präzisere Chronologien und Stratigraphien und beteiligen uns an der Entwicklung der einheitlichen ‚Stratigraphie von Deutschland’.

 




Letzte Änderung: 26.10.2012  zum Seitenanfang