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Highlights

Ein schärferer Blick zurück für die Archäologie und Klimaforschung

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Jahresschichtungen in dem japanischen Suigetsu-See ermöglichen eine genauere Kalibrierung von Radiokohlenstoff-Datierungen

Christopher Bronk Ramsey et al. (2012): A Complete Terrestrial Radiocarbon Record for 11.2 – 52.8 kyr BP, Science, 338, (6105), 370-374, 10.1126/science.1226660

Science, Oktober 2012: Mithilfe einer neuen Messreihe von Radiokohlenstoffdaten an jahreszeitlich laminierten Sedimenten aus dem Suigetsu-See in Japan ist in Zukunft eine präzisere Kalibrierung von Radiokohlenstoffdatierungen möglich. In Kombination mit einer genauen Zählung der saisonal geschichteten Ablagerungen im See ergab sich eine bisher unerreichte Präzision der bekannten 14C-Methode, mit der es jetzt möglich ist, auch ältere Objekte der Klimaforschung oder der Archäologie genauer zu datieren, als es bisher möglich war. Ein internationales Team von Geowissenschaftlern unter Leitung von Prof. Christopher Bronk Ramsey (Univ. Oxford) stellt in der Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science vom 19.10.2012 dieses Ergebnis vor.

Der Suigetsu-See eignet sich besonders für die Anwendung beider Datierungsmethoden, Messung von 14C und Zählung von Jahreslagen, weil an seinen Ufern auch in der letzten Eiszeit Laubbäume wuchsen, deren Blätter in großer Zahl in den Sedimenten konserviert wurden und sich ideal für 14C Datierungen eignen. Gleichzeitig ist dieser See einer der seltenen Fälle, in denen sich Jahresschichtungen im Sediment erhalten haben. Aufgrund der langjährigen Erfahrung der Arbeitsgruppe von Achim Brauer mit der Erstellung von präzisen Kalenderzeitskalen aus Seeablagerungen wurden Wissenschaftler der Sektion 5.2 Klimadynamik und Landschaftsentwicklung am GFZ mit dieser Aufgabe betraut.

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Mehr Hochwasser in den Ostalpen bei Abkühlung

Saisonal aufgelöste Hochwasserrekonstruktion der letzten 1600 Jahre
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Tina Swierczynski et al. (2012), A 1600 yr seasonally resolved record of decadal-scale flood variability from the Austrian Pre-Alps, Geology, November 2012, v. 40, p. 1047-1050, doi:10.1130/G33493.1

Während der Übergänge zu kühleren Klimaphasen stieg die Zahl der extremen Hochwasserereignisse deutlich an. So wurden während der Zeit der Völkerwanderung und im frühen Mittelalter (AD 450-750) und am Übergang zur Kleinen Eiszeit (AD 1140-1520) eine Häufung solcher Ereignisse beobachtet. Im Gegensatz dazu gab es weniger Hochwässer während der Mittelalterlichen Wärmephase (AD 1000-1140) und der kältesten Phase der Kleinen Eiszeit (AD1600-1700).

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Eine extrem kurze Umpolung des Erdmagnetfeldes, Klimaschwankungen und ein Supervulkan

Nowaczyk, N. R.; Arz, H. W.; Frank, U.; Kind, J.; Plessen, B. (2012): Dynamics of the Laschamp geomagnetic excursion from Black Sea sediments, Earth and Planetary Science Letters, 351-352, 54-69. doi:10.1016/j.epsl.2012.06.050.

EPSL, Oktober 2012: Vor 41000 Jahren kam es zu einer vollständigen und schnellen Umpolung des Erdmagnetfeldes. Magnetische Untersuchungen in der der Sektion 5.2 Klimadynamik und Landschaftsentwicklung am GFZ an Sedimentbohrkernen aus dem Schwarzen Meer belegen, dass in diesem Zeitraum, während der letzten Eiszeit, ein Kompass am Schwarzen Meer nach Süden statt nach Norden gezeigt hätte. Zudem wies das Wissenschaftlerteam um GFZ-Forscher Dr. Norbert Nowaczyk und Prof. Helge Arz in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Earth and Planetary Science Letters“ mit weiteren Daten anderer Studien aus dem Nordatlantik, dem Südostpazifik sowie Hawaii nach, dass diese Umpolung ein globales Ereignis war.

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Der Wasserfluss des Amazonas im natürlichen Klimaarchiv

Neuartige Methode zur Untersuchung von Baum-Jahrringen – Einblick in die Niederschlagsdynamik im weltgrößten Flusssystem

Brienen, R.J.W., Helle, G., et al. (2012) : Oxygen isotopes in tree rings are a good proxy for Amazon precipitation and El Nino Southern Oscillation, Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America; www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1205977109

PNAS, Oktober 2012: Sauerstoffisotope in Jahrringen von Bäumen sind ein hervorragendes Archiv der Niederschlagsdynamik im tropischen Amazonasgebiet. Die präzise Bestimmung der Verhältnisse der stabilen Sauerstoff-Isotope (18O/16O) erweist sich als neuer Parameter für die Erfassung der Dynamik des Wasserkreislaufs in tropischen Regenwaldgebieten und kann damit die in tropischen Gebieten für hochwertige Rekonstruktionen der Klimaverhältnisse ungeeigneten klassischen Messgrößen, wie Jahrringbreite oder Holzdichte ersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gruppe von Forschern der Sektion 5.2 Klimadynamik und Landschaftsentwicklung am GFZ unter Leitung von Gerd Helle, der Universitäten von Leeds (Vereinigtes Königreich) und Utrecht (Niederlande), sowie dem Institut de Recherche pour le Développement (IRD, Peru) in der neuen online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

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Klimabohrung am nördlichen Polarkreis

Martin Melles et al. 2.8 Million Years of Arctic Climate Change from Lake El’gygytgyn, NE Russia , Science, DOI: 10.1126/science.1222135.

Science, Juli 2012: Während der vergangenen 2,8 Millionen Jahre traten in der Arktis in unregelmäßigen Abständen teils extreme Warmzeiten auf. Analyseergebnisse vom längsten Sedimentkern, der jemals in Landgebieten der Arktis erbohrt wurde, ergaben für den nördlichen Polarkreis bisher nicht für möglich gehaltene Temperaturen. Darüber hinaus deutet eine auffällige Übereinstimmung der Warmzeiten in der Arktis mit großen Abschmelzereignissen in der Antarktis auf bisher unbekannte Wechselwirkungen zwischen den Polargebieten hin. Dieses berichtet eine internationale Forschergruppe unter der Mitarbeit von PD Dr. Norbert Nowaczyk, Sektion 5.2 Klimadynamik und Landschaftsentwicklung, im Wissenschaftsmagazin „Science“ in der Ausgabe vom 20. Juli 2012 vor.

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Klimatische Folgen einer schwachen Sonne

Erstmaliger Nachweis von niedriger Sonnenaktivität und klimatischen Folgen im gleichen Klimaarchiv – Fallstudie zeigt Notwendigkeit differenzierter Betrachtung der Solarstrahlung

Celia Martin-Puertas, Katja Matthes, Achim Brauer, et al. (2012): Regional atmospheric circulation shifts induced by a grand solar minimum, Nature Geoscience, DOI 10.1038/NGEO1460

Nature Journal, Mai 2012: Vor 2800 Jahren kam es zu einem stark ausgeprägten Minimum der Sonnenaktivität, dem ein sehr schneller Wechsel hin zu kühl-feuchtem und vor allem windigem Klima folgte. Geowissenschaftler der Sektion 5.2 Klimadynamik und Landschaftsentwicklung und Sektion 1.3 am GFZ weisen gemeinsam mit schwedischen und niederländischen Kollegen diesen durch ein ausgeprägtes Minimum in der Sonnenaktivität verursachten plötzlichen Wechsel nach. Sie untersuchten dazu Sedimente aus dem Meerfelder Maar, einem See vulkanischen Ursprungs in der Eifel. Erstmals konnte mit modernsten Analyseverfahren die niedrige Sonnenaktivität selbst und gleichzeitig auch die klimatischen Folgen am selben Sedimentkern nachgewiesen werden.

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Letzte Änderung: 25.10.2012  zum Seitenanfang